Personalboom bei Versicherern: Branche schafft Tausende neue Jobs
Die Zahl der Beschäftigten in Versicherungsunternehmen ist auch im Jahr 2025 gestiegen. Es ist der siebte Mal in Folge. Neben dem Trend des Zuwachses bei den Innendienst-Mitarbeitern, gibt es erneut mehr Beschäftigte im angestellten Außendienst.

Die Zahl der Beschäftigten in Versicherungsunternehmen hat sich auch im Jahr 2025 erneut erhöht. Rund 215.600 sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter zählte die Branche zum Jahresende 2025, sodass die Mitarbeiterzahl gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozent gestiegen ist. Das geht aus Statistiken des Arbeitgeberverbandes der Versicherer (AGV) hervor.
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Während einzelne Versicherer zuletzt Stellen abgebaut hatten, deuten die Daten eher auf den Trend zum Stellenzubau bei den Versicherern. Denn bereits im siebten Jahr in Folge meldet die Branche einen Anstieg der Beschäftigtenzahlen. Seit 2019 wurden jeweils mehr Mitarbeiter gezählt als im Vorjahr.
Damit setzt sich ein Trend fort, der die Branche nach Jahren des Stellenabbaus zunehmend prägt. Noch zwischen 2003 und 2018 hatten die Versicherer ihre Mitarbeiterzahlen nahezu kontinuierlich reduziert. Heute zeigt sich ein anderes Bild: Digitalisierung, Regulierung, Fachkräftemangel und steigende Anforderungen im Kundenservice sorgen offenbar dafür, dass die Unternehmen wieder verstärkt Personal benötigen.
Besonders deutlich fällt der Zuwachs erneut im Innendienst aus. Dort stieg die Zahl der Beschäftigten bereits zum siebten Mal in Folge. 2025 arbeiteten rund 174.300 Menschen im Innendienst der Versicherer und damit so viele wie seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr. Allein binnen eines Jahres kamen rund 2.800 zusätzliche Stellen hinzu.
Auch im Außendienst zeigt sich inzwischen eine Stabilisierung. Nachdem die Zahl der Außendienstmitarbeiter zuvor 14 Jahre in Folge gesunken war, legte sie nun bereits zum zweiten Mal hintereinander zu. Mit 29.600 Beschäftigten bleibt das Niveau allerdings historisch niedrig. Noch 2009 waren fast 43.600 Mitarbeiter im Außendienst tätig gewesen.
Positive Signale kommen zudem aus der Ausbildung. Die Zahl der Auszubildenden stieg 2025 das dritte Jahr in Folge und erreichte mit 11.700 Azubis den höchsten Stand seit zehn Jahren. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 2,6 Prozent. Dennoch liegt die Branche weiterhin deutlich unter früheren Werten: Anfang der 2000er-Jahre hatten die Versicherer noch mehr als 16.000 Auszubildende beschäftigt.
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Auch die Ausbildungsquote entwickelte sich zuletzt stabil. Einschließlich der von Agenturen finanzierten Ausbildungsplätze stieg sie laut AGV auf 6,6 Prozent. Gleichzeitig bleibt die Ausbildung in der Versicherungswirtschaft finanziell attraktiv. Laut einer aktuellen Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung verdienen angehende Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen durchschnittlich 1.404 Euro brutto pro Monat und damit deutlich mehr als viele andere Auszubildende. Bundesweit gehört die Branche damit weiterhin zu den Spitzenreitern bei den Ausbildungsvergütungen.
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