Berufsunfähigkeitsversicherung: Zwei Drittel der jungen Berufstätigen ohne echten Einkommensschutz
Bei der Absicherung gegen einen längeren Einkommensverlust verlassen sich viele junge Berufstätige auf Ersparnisse oder Familie statt auf Versicherungsschutz. Mehr als jeder Vierte baut auf die staatliche Absicherung.

Die Absicherung der eigenen Arbeitskraft ist jungen Berufstätigen durchaus bewusst. Dennoch klafft zwischen Anspruch und Realität eine deutliche Lücke. Das zeigt eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag von Canada Life unter 20- bis 30-Jährigen. Während die große Mehrheit die Vorsorge für Einkommensausfälle als wichtig erachtet, fehlt es häufig an konkreter Absicherung. So sprechen sich über 90 Prozent der jungen Erwerbstätigen dafür aus, privat für längere Einkommensverluste vorzusorgen. Gleichzeitig verfügt jedoch nur gut ein Drittel über eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Damit bleibt ein Großteil ohne ausreichenden Schutz.
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Statt auf Versicherungsprodukte setzen viele junge Menschen auf kurzfristig verfügbare Lösungen. Knapp die Hälfte greift im Ernstfall auf eigene Ersparnisse zurück, rund 41 Prozent verlassen sich auf Unterstützung aus dem familiären Umfeld. Die staatliche Absicherung spielt ebenfalls eine Rolle, wird jedoch von deutlich weniger Befragten als tragfähige Lösung angesehen (27,9 Prozent).
Dieses Verhalten birgt erhebliche Risiken. Denn gerade bei längeren Ausfällen stoßen private Rücklagen schnell an ihre Grenzen. „Eigene Ersparnisse oder das Vermögen der Familie können im Fall des Falles leider schnell aufgebraucht sein“, warnt Dr. Frederick Krummet. Sein Fazit fällt entsprechend deutlich aus: „Fast zwei Drittel der jungen Menschen im Job stehen dann ohne effektiven Schutz ihrer Arbeitskraft da.“
Auffällig ist zugleich das hohe Vertrauen in professionelle Beratung. Mehr als die Hälfte der Befragten nennt Berater als wichtigste Informationsquelle beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Damit liegen sie klar vor familiären Ratschlägen (37,1 Prozent), Vergleichsportalen (33,7 Prozent) oder sozialen Medien (19,2 Prozent). Dieses Vertrauen ist jedoch an klare Erwartungen geknüpft. Im Mittelpunkt steht dabei die fachliche Kompetenz. Für über die Hälfte der Befragten ist sie das entscheidende Kriterium. Hinzu kommen eine gute Erreichbarkeit sowie transparente Kostenstrukturen. Auch schnelle Reaktionszeiten werden von vielen als wesentlich angesehen.
Für Vermittler ergibt sich daraus eine klare Rolle. Sie sind nicht nur Informationsquelle, sondern auch entscheidender Impulsgeber, um aus dem vorhandenen Problembewusstsein tatsächliches Handeln zu machen. „Die jungen Berufstätigen haben die richtigen Lösungsansätze bereits auf dem Schirm: Profi-Beratung und Fachkompetenz“, so Krummet.
