Hintergrund: Die Krankenzusatzversicherung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Segment innerhalb der privaten Krankenversicherung (PKV) entwickelt. Während die Vollversicherung nur für einen begrenzten Teil der Bevölkerung infrage kommt, richtet sich die Zusatzversicherung an eine deutlich breitere Zielgruppe: gesetzlich Versicherte, die ihren Versicherungsschutz punktuell erweitern möchten – etwa bei Zahnersatz, stationären Wahlleistungen oder ambulanten Zusatzleistungen. Entsprechend hoch ist die Marktdurchdringung: Die Zahl der Zusatzversicherungsverträge stieg im Jahr 2024 um vier Prozent auf 31,02 Millionen und erreichte damit ein neues Rekordniveau.

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Auffällig ist dabei eine strukturelle Besonderheit dieses Segments: Die Zahl der versicherten Personen wächst deutlich stärker als das Beitragsvolumen. So erhöhte sich der durchschnittliche Bestand je Anbieter von 990.880 Versicherten im Jahr 2019 auf 1.139.465 im Jahr 2024, während die gebuchten Bruttoprämien im gleichen Zeitraum lediglich von 293,14 Millionen Euro auf 343,49 Millionen Euro anstiegen. Während immer mehr Menschen Zusatzpolicen abschließen, bleiben die durchschnittlichen Prämien je Vertrag damit vergleichsweise niedrig. Der Grund liegt im Charakter der Produkte: Zusatzversicherungen decken jeweils nur einzelne Leistungsbereiche ab und erreichen dadurch eine hohe Verbreitung, ohne die Beitragshöhe einer Vollversicherung zu erreichen.

Diese Entwicklung verändert die Gewichte innerhalb der PKV spürbar. Zwar entfällt weiterhin der Großteil der Prämien auf die Vollversicherung – im Durchschnitt rund 59 Prozent des Beitragsvolumens –, während die Zusatzversicherung lediglich etwa 10 Prozent ausmacht. Gleichzeitig gewinnt sie jedoch kontinuierlich an Bedeutung und entwickelt sich zu einem wichtigen Zugangskanal zu privatwirtschaftlicher Absicherung. Dieses Spannungsverhältnis – hohe Reichweite bei vergleichsweise geringem Beitragsanteil – prägt die Struktur vieler Anbieter und erklärt die teils deutlich unterschiedlichen Geschäftsmodelle im Markt.

Versicherungsbote stellt die Marktführer in einer Bildstrecke vor

Versicherungsbote zeigt in einer neuen Bildstrecke jene Versicherer, die im Markt für Krankenzusatzversicherungen nach Beitragsvolumen zu den führenden Anbietern zählen. Die Porträts stellen zentrale Kennzahlen der Zusatzversicherung vor und zeigen zugleich, welchen Stellenwert dieses Segment im jeweiligen Gesamtportfolio einnimmt.

Bei der Einordnung der Ergebnisse ist zu beachten, dass die Marktführerschaft in der Zusatzversicherung nicht automatisch Rückschlüsse auf die Gesamtstruktur eines Unternehmens zulässt. Vielmehr spiegelt sie in erster Linie die Position in einem spezifischen Teilsegment wider. Die Bedeutung der Zusatzversicherung innerhalb des Geschäftsmodells kann dabei erheblich variieren – von einem zentralen Wachstumstreiber bis hin zu einem ergänzenden Baustein neben einer dominierenden Vollversicherung.

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Grundlage der Auswertung ist der Branchenmonitor Krankenversicherung 2025 der V.E.R.S. Leipzig GmbH. Die Studie analysiert die Geschäftsberichte der 25 größten privaten Krankenversicherer, enthält Kennzahlen für die Jahre 2019 bis 2024 und deckt damit rund 97 Prozent des PKV-Marktes ab. Die vollständige Studie ist über die Webseite der Leipziger Experten kostenpflichtig erhältlich.