Talanx steigert Konzernergebnis und Dividende
Die Talanx-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 ihre eigenen Ziele deutlich übertroffen und liefert damit ein Rekordergebnis ab. Die Treiber sind ein starkes operatives Geschäft und ein günstiger Schadenverlauf. Für 2026 zeigt sich der Konzern weiter optimistisch.

Die Talanx Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 ein neues Rekordergebnis erzielt und ihre Ergebnisziele deutlich übertroffen. Der Versicherungsumsatz stieg währungskursbereinigt um fünf Prozent auf 49,0 Milliarden Euro, während das Konzernergebnis um 25 Prozent auf 2,48 Milliarden Euro zulegte. Damit erreichte der Konzern nicht nur das im Jahresverlauf angehobene Gewinnziel, sondern stärkte zugleich seine Kapitalbasis und die Resilienz der Schadenreserven.
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„2025 war ein außergewöhnliches Jahr“, sagte Vorstandsvorsitzender Torsten Leue. „Wir haben im ersten Quartal den größten Naturkatastrophen-Schaden unserer Konzerngeschichte und anschließend drei Quartale mit ungewöhnlich wenigen Naturkatastrophen erlebt.“ Trotz dieser Belastung habe die Gruppe durch operative Stärke und einen günstigen Schadenverlauf ein Rekordergebnis erzielt und gleichzeitig die Qualität der Ergebnisse weiter verbessert.
Die positive Geschäftsentwicklung wurde maßgeblich durch das operative Geschäft getragen. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um acht Prozent auf 5,3 Milliarden Euro, während das versicherungstechnische Ergebnis um elf Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zulegte. Die Eigenkapitalrendite erreichte 19,7 Prozent und unterstreicht die hohe Profitabilität des Konzerns.
Auffällig ist die ausgewogene Ergebnisstruktur. Denn Erst- und Rückversicherung trugen jeweils in etwa gleich zum Konzernergebnis bei. Diese Diversifikation gilt als zentraler Stabilitätsfaktor, insbesondere in einem Umfeld steigender Risiken und volatiler Schadenentwicklungen.
Die Schadenentwicklung verlief im Jahresverlauf günstiger als erwartet. Nach hohen Belastungen zu Jahresbeginn normalisierten sich die Großschäden deutlich und blieben insgesamt unter dem Budget. Die Schaden-/Kostenquote verbesserte sich entsprechend auf 89,1 Prozent.
Alle Geschäftsbereiche tragen zum Wachstum bei
Zum starken Ergebnis trugen grundlegend alle Geschäftsbereiche bei. Im Segment Corporate & Specialty setzte sich das Wachstum fort, getragen durch Neugeschäft und Preisanpassungen. Gleichzeitig blieb die Schadenentwicklung unter den Erwartungen, was sich positiv auf die Profitabilität auswirkte. International waren unter anderem die Märkte in Polen, der Türkei und Mexiko Wachstumstreiber. Hier konnte der Konzern sowohl Umsatz als auch Ergebnis deutlich steigern.
In Deutschland zeigte sich das Geschäft trotz rückläufiger Umsätze stabil. Portfoliooptimierungen und geringere Schadenfrequenzen, insbesondere im Kfz-Bereich, konnten negative Effekte ausgleichen und führten zu einer verbesserten Schaden-/Kostenquote. Auch die Rückversicherung lieferte ein starkes Ergebnis. Sowohl in der Schaden- als auch in der Personen-Rückversicherung konnte die Talanx Gruppe ihre Profitabilität steigern und das operative Ergebnis ausbauen.
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Vor dem Hintergrund des starken Ergebnisses schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine deutliche Dividendenerhöhung vor. Die Ausschüttung soll um 33 Prozent auf 3,60 Euro je Aktie steigen. Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich der Konzern optimistisch. Talanx erwartet für 2026 ein Konzernergebnis von rund 2,7 Milliarden Euro und könnte damit das ursprünglich für 2027 angestrebte Ziel bereits ein Jahr früher erreichen. „Unsere Strategie basierend auf Diversifizierung, Dezentralität, Kostenführerschaft und einer Vertrauenskultur zahlt sich aus – auch für unsere Investoren“, so Leue.
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