Versicherungsschutz bei Auslandseinsätzen: Lücke zwischen Reise- und Expat-Versicherung
Projektbezogene Auslandseinsätze zwischen drei und zwölf Monaten nehmen stark zu. Doch bei der Absicherung klafft eine gefährliche Lücke. Klassische Reisepolicen greifen zu kurz, während Expat-Versicherungen oft überdimensioniert sind. Für Unternehmen und Makler entsteht damit eine neue Beratungs- und Risikozone, unterstreicht Benedikt Grass, Chief Marketing Officer (CMO) von PassportCard.

Immer mehr Unternehmen entsenden Mitarbeitende für drei bis zwölf Monate ins Ausland – projektbezogen, zeitlich begrenzt und oft kurzfristig geplant. Doch genau diese Einsatzform fällt durch das Raster klassischer Absicherungsmodelle. Reiseversicherungen greifen nicht mehr, traditionelle Expat-Pakete sind überdimensioniert. Für Unternehmen und Makler entsteht eine Grauzone mit realen Haftungsrisiken.
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Wenn drei bis zwölf Monate durch fast jedes Raster fallen
Klassische Entsendungen von Mitarbeitenden über mehrere Jahre werden seltener. An ihre Stelle treten projektbezogene Auslandseinsätze mit einer Dauer von drei bis zwölf Monaten: Eine Fachkraft begleitet einen Produktionsanlauf in Südostasien, ein IT-Team arbeitet ein halbes Jahr am Standort in Portugal, eine Führungskraft übernimmt eine Interimsrolle in den USA. Laut dem Global Assignment Policies and Practices Survey von KPMG erwarten 75 Prozent der befragten Unternehmen, verstärkt auf solche kurzfristigen Entsendungen zu setzen, während mehr als die Hälfte klassische Langzeiteinsätze reduzieren will. Auch eine aktuelle Erhebung von ECA International bestätigt den Trend: 63 Prozent der teilnehmenden Unternehmen rechnen mit einem weiteren Anstieg kurzzeitiger Auslandseinsätze (sogenannter Short-Term Assignments) in den kommenden drei Jahren. Was in der Praxis längst Alltag ist, stellt die Absicherung vor ein konkretes Problem: Diese Einsätze sind zu lang für eine Reisekrankenversicherung und zu kurz, zu flexibel und oft zu spontan für ein klassisches Expat-Paket.
Reiseversicherung: Schutz mit Verfallsdatum
Viele Unternehmen greifen bei kürzeren Auslandsaufenthalten reflexartig zur Auslandsreisekrankenversicherung. Was bei einer zweiwöchigen Geschäftsreise funktioniert, wird bei einem mehrmonatigen Einsatz schnell zum Risiko. Gängige Jahres-Auslandsreisekrankenversicherungen decken laut Stiftung Warentest und Finanztip je nach Tarif zwischen 42 und maximal 70 Tage pro Reise ab. Wer länger bleibt, steht ohne Schutz da – häufig, ohne es zu wissen. Hinzu kommt, dass Reisepolicen in der Regel nur akute Erkrankungen und Notfälle abdecken. Vorsorgeuntersuchungen, chronische Erkrankungen, Zahnbehandlungen oder psychotherapeutische Leistungen sind ausgeschlossen. Für Mitarbeitende, die ein halbes Jahr im Ausland leben und arbeiten, reicht das nicht aus. Und für Unternehmen entsteht eine Haftungslücke: Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers endet nicht an der Grenze der Reisepolice.
Warum klassische Expat-Modelle oft am Bedarf vorbeigehen
Auf der anderen Seite stehen traditionelle Expat-Versicherungen, die auf mehrjährige Entsendungen ausgelegt sind. Sie bieten umfassenden Schutz, sind aber in der Regel an Mindestlaufzeiten von einem Jahr oder länger gebunden, erfordern einen aufwendigen Antragsprozess und sind preislich auf Langzeitentsendungen kalkuliert. Für einen sechsmonatigen Projekteinsatz sind sie oft überdimensioniert und wirtschaftlich nicht sinnvoll. Viele dieser Modelle basieren zudem auf starren Länderkategorien und einheitlichen Leistungspaketen. Wer Mitarbeitende nacheinander in unterschiedliche Länder entsendet oder kurzfristig zwischen Einsatzorten wechselt, stößt schnell an administrative Grenzen. Die Folge: HR-Abteilungen improvisieren, Mitarbeitende sind lückenhaft abgesichert, und Makler stehen vor der Aufgabe, Lösungen für einen Bedarf zu finden, den die klassischen Produkte nicht abbilden.
Die Grauzone wird zum Regelfall
Das Problem wäre überschaubar, wenn es sich um Einzelfälle handelte. Doch das Gegenteil ist der Fall. Projektbezogene Einsätze zwischen drei und zwölf Monaten gehören für viele Unternehmen inzwischen zu den gängigsten Formen internationaler Mobilität. Der Trend wird durch mehrere Entwicklungen verstärkt. Zum einen machen Remote- und Hybridmodelle Kurzeinsätze organisatorisch einfacher, zum anderen reagieren Unternehmen immer flexibler auf Marktveränderungen. Außerdem erwarten Fachkräfte zunehmend internationale Erfahrungen, ohne sich auf mehrjährige Entsendungen einlassen zu wollen. Gleichzeitig hat das Produktangebot vieler Versicherer mit dieser Entwicklung nicht Schritt gehalten. Die Nachfrage nach passenden Lösungen für diese Grauzone wächst, das Angebot hinkt hinterher.
Zwischen Flexibilität und Leistungstiefe
Statt zwischen Reiseversicherung und klassischem Expat-Paket zu wählen, braucht es Produkte, die genau auf diese mittlere Einsatzdauer zugeschnitten sind. Aus unserer täglichen Praxis bei PassportCard sehen wir, welche Anforderungen Unternehmen und ihre Mitarbeitenden an eine solche Lösung stellen: Vertragslaufzeiten, die bereits ab drei Monaten greifen und sich flexibel verlängern lassen, sowie ein Leistungsumfang, der über die Akutversorgung hinausgeht und auch Vorsorge, chronische Erkrankungen und psychische Gesundheit abdeckt. Ebenso entscheidend sind einfache administrative Prozesse, die kurzfristige Einsätze möglich machen, ohne wochenlange Vorlaufzeiten. Digitale Prozesse spielen dabei eine zentrale Rolle. Wenn eine Entsendung innerhalb weniger Tage entschieden wird, muss auch der Versicherungsschutz schnell aktivierbar sein. Bei PassportCard funktioniert das über eine aufladbare Zahlungskarte, mit der medizinische Leistungen direkt vor Ort ohne Vorkasse und ohne Erstattungsprozesse bezahlt werden können. Ergänzend bieten wir telemedizinische Beratung und mehrsprachigen Support rund um die Uhr. Das mag nach Standardversprechen klingen, macht in der Praxis aber den entscheidenden Unterschied: Mitarbeitende, die am Einsatzort innerhalb von Minuten Zugang zu ärztlicher Beratung haben, fühlen sich sicherer. Und Unternehmen reduzieren das Risiko, dass ein Einsatz an organisatorischen Hürden scheitert.
Ein Beratungsanlass, der sich lohnt
Für Versicherungsmakler, die Firmenkunden mit internationaler Belegschaft betreuen, eröffnet sich hier ein konkreter Beratungsanlass. Viele Unternehmen sind sich der Absicherungslücke bei Kurzeinsätzen nicht bewusst oder unterschätzen die rechtlichen Risiken. Ein Makler, der proaktiv auf dieses Thema zugeht, positioniert sich als kompetenter Partner für internationale Personalfragen. Die Frage "Wie sind Ihre Mitarbeitenden bei Projekteinsätzen zwischen drei und zwölf Monaten abgesichert?" reicht oft aus, um eine Beratungslücke sichtbar zu machen. In vielen Fällen gibt es keine klare Antwort – und genau da setzt die Empfehlung einer passenden Lösung an.
