Rund 75 Prozent der Menschen in Deutschland empfinden das Thema Altersvorsorge als kompliziert. Besonders stark betroffen sind Haushalte mit geringem Einkommen. Das geht aus einer aktuellen Befragung im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) und der Zurich Gruppe Deutschland hervor. Demnach bewerten 41 Prozent der Menschen mit einem Haushaltsnettoeinkommen unter 1.000 Euro die Altersvorsorge klar als kompliziert. In höheren Einkommensgruppen sinkt dieser Anteil auf unter ein Drittel.

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„Altersvorsorge ist für viele Menschen kein Randthema, sondern eine echte Überforderung. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Wer wenig Einkommen hat, fühlt sich besonders häufig abgehängt – und verliert schneller den Überblick“, sagt Dr. Peter Schwark, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge.

Die wahrgenommene Komplexität hat konkrete Folgen. Unter den Befragten, die Altersvorsorge als kompliziert empfinden, gibt mehr als ein Drittel (37 Prozent) an, sich deshalb nicht aktiv mit dem Thema zu beschäftigen. Gleichzeitig zeigt die Studie auch eine andere Seite. Denn 46 Prozent lassen sich von der empfundenen Überforderung nicht abschrecken und treiben ihre Vorsorge dennoch voran. Besonders in Westdeutschland scheint die Bereitschaft höher zu sein, trotz Komplexität aktiv zu bleiben, während sich Befragte in Ostdeutschland häufiger ausgebremst fühlen.

„Die meisten Menschen wissen, wie wichtig Altersvorsorge ist – doch die gefühlte Komplexität von Förderlogiken, Steuern und Produkten bremst viele aus. Deshalb bleiben fundierte individuelle Beratung und menschliche Empathie unverzichtbar. Mit guter Beratung zeigt sich schnell: Der Weg zur passenden Lösung ist weit weniger kompliziert, als viele denken“, sagt Björn Bohnhoff, Vorstand Leben der Zurich Gruppe Deutschland.

Gerade Fördermechanismen, steuerliche Aspekte und eine Vielzahl von Produktvarianten erschweren aus Sicht vieler Verbraucher die Orientierung. Wer ohnehin nur geringe finanzielle Spielräume hat, empfindet diese Hürden besonders stark. „Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass Altersvorsorge ein sensibles und erklärungsbedürftiges Thema bleibt. Wenn Komplexität dazu führt, dass Vorsorge aufgeschoben oder ganz unterlassen wird, ist das nicht nur ein individuelles, sondern ein gesellschaftliches Problem“, warnt Schwark.