Maklerbestand verkaufen: So vermeiden Makler teure Fehler
Ein Maklerbestand verkauft sich nicht nebenbei. Sven Burkart, Geschäftsführer der WIFO GmbH, beschreibt in zehn klaren Schritten, wie Makler strukturiert vorgehen sollten, um ihren Bestand nicht unter Wert zu veräußern.

Der Verkauf eines Versicherungsbestands ist für viele Makler der Abschluss ihres Berufslebens und wirtschaftlich oft die wichtigste Einzelentscheidung. Zehn klare Schritte entscheiden über Preis und Sicherheit:
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1. Realistische Bestandsanalyse durchführen
Am Anfang steht die ehrliche Bestandsaufnahme. Eine professionelle Analyse zeigt, welchen Marktwert der Bestand tatsächlich hat und welche Faktoren diesen beeinflussen. Entscheidend ist dabei auch die Rechtsform: Während Einzelunternehmer ihren Bestand im Rahmen eines Asset Deals verkaufen, geht es bei einer GmbH um einen Share Deal. Ohne Klarheit über diese Grundlagen ist eine seriöse Preisfindung kaum möglich.
2. Bestand gezielt vor dem Verkauf stärken
Der Wert eines Bestands bemisst sich nicht allein an der Anzahl der Verträge. Käufer achten auf saubere Daten, Digitalisierungsgrad, Altersstruktur, Stornoquote und Spartenmix. Wer diese Punkte vor dem Verkauf optimiert, kann den Erlös mit überschaubarem Aufwand oft spürbar steigern.
3. Persönlichen Zeitplan festlegen
Ein klarer zeitlicher Rahmen ist essenziell. Wer weiß, wann er seine aktive Tätigkeit beenden will, kann den Verkaufsprozess gezielt vorbereiten und vermeidet Entscheidungen unter Druck. Ein fehlender Zeitplan schwächt hingegen die eigene Verhandlungsposition.
4. Verkauf professionell begleiten lassen
Ein Bestandsverkauf ist kein Nebenprojekt. Rechtliche, steuerliche und organisatorische Fragen greifen ineinander. Ohne fachkundige Begleitung drohen Fehler, die schnell teuer werden. Spezialisierte Dienstleister oder Maklerpools helfen, Risiken zu minimieren und den Prozess effizient zu steuern.
5. Käufer sorgfältig auswählen
Makler haben mehrere Optionen: Bestandsmarktplätze, professionelle Aufkäufer oder Maklerpools. Der Kaufpreis allein sollte nicht ausschlaggebend sein. Zahlungsmodalitäten, Übergabeprozess und künftige Kundenbetreuung sind ebenso wichtig. Denn der Bestand endet nicht mit der Unterschrift.
6. Übergabe transparent planen
Kunden müssen frühzeitig informiert werden, Versicherer eingebunden sein. Gerade beim Asset Deal ist eine aktive Übertragung notwendig. Eine offene Kommunikation schafft Vertrauen und reduziert spätere Reibungsverluste.
7. Technische Bestandsübertragung sauber umsetzen
Zum Stichtag müssen Bestandsdaten korrekt übertragen werden. Digitale Anbindungen an Maklerpools ermöglichen automatisierte Prozesse ohne Medienbrüche – ein klarer Vorteil für Geschwindigkeit und Datenqualität.
8. Steuerliche Folgen frühzeitig klären
Veräußerungsgewinne sind steuerpflichtig. Die Höhe hängt von Rechtsform, Alter und Verkaufsmodell ab. Bei juristischen Personen kann die Fünftel-Regelung die Steuerlast reduzieren. Ein Steuerberater ist hier unverzichtbar.
9. Auszahlung der Verkaufssumme sichern
Nach erfolgreicher Datenübertragung erfolgt die Auszahlung – meist als Einmalzahlung, teils auch in Raten. Entscheidend sind klare vertragliche Regelungen, damit es keine Überraschungen gibt.
10. Gewerbe erst ganz zum Schluss abmelden
Die IHK-Zulassung sollte erst nach Abschluss aller Schritte zurückgegeben werden. Wer zu früh abmeldet, riskiert Vergütungsansprüche und gefährdet den rechtssicheren Abschluss des Verkaufs.
Fazit:
Ein guter Bestandsverkauf ist kein Zufall. Wer strukturiert vorgeht, realistisch bewertet und professionelle Unterstützung nutzt, verkauft nicht nur wirtschaftlich besser, sondern sorgt auch für einen geordneten Übergang für sich selbst und für seine Kunden.
