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Die Bundesregierung will ab 2026 die sogenannte Frühstart-Rente in Deutschland starten. Das soll noch im Herbst 2025 beschlossen werden. Die Frühstart-Rente sieht vor, dass der Staat jedem Kind zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr monatlich 10 Euro in ein individuelles Altersvorsorgekonto einzahlt. Das Kapital soll in Aktien, ETFs oder andere Wertpapiere investiert werden und im Depot steuerfrei und unangetastet bis zur Rente liegen.

Ziel ist es, frühzeitig einen Grundstein für die private Altersvorsorge zu legen und von Zins- und Renditeeffekten zu profitieren. Damit versteht sich die Frühstart-Rente nicht nur als finanzielle Förderung, sondern auch als pädagogischer Impuls. Denn dadurch könne jungen Menschen frühzeitig der Wert des Sparens vermittelt werden. Der entscheidende Faktor sei: früh anfangen, lange besparen.

Doch die Pläne stoßen auf Skepsis. Carsten Brodesser, Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Finanzausschuss und Altersvorsorge-Experte, hält den geplanten Starttermin für kaum realistisch. Berücksichtigt man das träge parlamentarische Verfahren, wäre eine gesetzliche Grundlage erst Ende dieses Jahres geschaffen. Ein Beginn zum 1. Januar 2026 dürfte daher nicht mehr realistisch sein. Möglich sei jedoch ein unterjähriger Start.

„Entscheidend ist, dass der Volljährige am Anfang seiner Erwerbstätigkeit über eine zusätzliche Altersvorsorge verfügt, die er mit Eigenbeiträgen und staatlicher Förderung weiterführen kann“, hebt Brodesser die Vorzüge in einerm Interview mit der "Börsen-Zeitung" hervor. Nach Ansicht des CDU-Politikers darf die Frühstartrente jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Folglich müssten Frühstartrente und anschließende (reformierte) Riester-Rente zusammen gedacht werden. Er plädiert dafür, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte Riester-Reform noch vor Einführung der Frühstartrente umgesetzt wird.

Auch das Konzept eines Altersvorsorgedepots mit nachgelagerter Besteuerung hält er für dringend notwendig. „Ja, das nachgelagert besteuerte Altersvorsorgedepot ist aktueller denn je!“, betont Brodesser. Ein solches Modell würde Sparern ermöglichen, während der Ansparphase steuerfrei Renditen zu erzielen und erst im Rentenalter – meist zu einem niedrigeren Satz – besteuert zu werden.

Die finanziellen Belastungen für den Bund könnten erheblich sein. Bei voller Inanspruchnahme aller Geburtsjahrgänge 2009 bis 2020 rechnet Brodesser mit jährlichen Ausgaben von über einer Milliarde Euro. „Im Spannungsfeld zwischen Wünschenswertem und Machbarem dürfte am Ende der politische Kompromiss liegen“, so der Finanzexperte. An dieser Stelle sollten die veranschlagten Kosten für die Frühstartrente im Vergleich zu anderen Ausgaben gesehen werden. Denn aktuell beträgt der jährlich Bundeszuschuss in die Rentenkasse bereits über 100 Milliarden Euro.

Wichtig für den Erfolg der Frühstartrente sei zudem, dass Eltern und Verwandte schon während der Minderjährigkeit zusätzliche Einzahlungen leisten können. Mit Eintritt ins Erwerbsleben müsse die staatliche Förderung dann weiterlaufen.

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