Hintergrund: Die Wohngebäudeversicherung gilt neben der Kfz-Versicherung als das große Sorgenkind der Branche. Das verwundert kaum – durch eine zunehmende Zahl extremer Wetterereignisse steigen Kosten für Elementarschäden. Hinzu kommen steigende Baukosten, da sich Baumaterialien wie Stahl, Stahlerzeugnisse, Holz oder Glas in 2022 durch Lieferengpässe, Materialknappheit und hohe Energiepreise merklich verteuert haben. Demnach verwundert kaum, dass sich die heikle Situation auch in den Kennzahlen der Branche niederschlägt.

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Dies zeigt aktuell auch der Branchenmonitor Wohngebäudeversicherung 2023, der soeben durch die V.E.R.S. Leipzig GmbH veröffentlicht wurde: Die Schadenquote (Schadenaufwendungen brutto direkt in Prozent der verdienten Bruttoprämien) liegt in 2022 bei 76,74 Prozent. Zwar ist die Quote niedriger als 2021, als Sturmtief Bernd die höchsten Ausgaben für Naturgefahren in der Geschichte der Schadenstatistik verursachte (Versicherungsbote berichtete). Dennoch liegt die Quote höher als in den Jahren 2017 bis 2020.

Die hohe Schadenquote wirkt sich natürlich auch auf die Schaden-Kosten-Quote bzw. Combined Ratio (CR) des Jahres 2022 (und damit auf Schaden- sowie Betriebsaufwendungen in Prozent der verdienten Bruttoprämien) aus. In 2022 sind es noch 31 Unternehmen, die eine Schaden-Kosten-Quote über 100 Prozent vorweisen müssen. Folglich ist auch der Branchenschnitt über 50 Versicherer hinweg nicht auskömmlich: er liegt 2022 bei 104,33 Prozent.

Erste Reaktionen auf aktuelle Schadengeschehnisse offenbaren die Prämien: das gebuchte Beitragsvolumen steigt von 177,02 Mio. Euro je Versicherer in 2021 auf 193,00 Mio. Euro je Versicherer in 2022 (und damit im Durchschnitt um 9,0 Prozent). Diese Zahl ist auch deswegen beachtlich, weil die Zahl der gehaltenen Verträge je Versicherer sinkt: von 375.537 Policen auf 366.902 Policen in 2022. Durchschnittlich gebuchte Prämien je Vertrag steigen 2022 von 511,83 Euro im Jahr auf 556,98 Euro im Jahr.

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Versicherungsbote stellt die Marktführer der Wohngebäudeversicherung vor

Wer aber sind die Marktführer in dem schwierigen Geschäft? Und wie steht es um die Kennzahlen der zehn größten Wohngebäudeversicherer am Markt? Dies wird in der aktuellen Versicherungsbote-Bildstrecke vorgestellt. Alle Zahlen sind dem neuen Branchenmonitor Wohngebäudeversicherung 2023 der V.E.R.S. Leipzig GmbH entnommen. Der Monitor deckt die 50 größten Unternehmen und damit 95 Prozent des Wohngebäude-Markts ab und kann auf der Webseite der Leipziger Experten kostenpflichtig bestellt werden.