Die Debatte um ein mögliches Provisionsverbot ist um ein Argument reicher geworden. Dafür sorgte ein Offener Brief, der von der Zielke Research Consult GmbH, dem Defino Institut für Finanznorm AG und der Going Public! Akademie für Finanzberatung AG unterzeichnet wurde.

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Die Unterzeichner gehen anfangs auf die fehlende Stornohaftung bei Honorarberatung ein. „Durch das Verbot von Provisionen Fehlanreize unterbinden zu wollen, würde dann plausibel sein, wenn das alternative System, nämlich die Vergütung der Beratungs- und Verkaufsleistung durch Honorare, Fehlanreize systematisch ausschließen würde. Das allerdings ist mitnichten der Fall“, sagt Dr. Carsten Zielke, Geschäftsführer der Zielke Research Consult GmbH.

Dadurch, dass bei Honorarberatung keine Stornohaftung greift, müssten sich Berater weniger bemühen, Verbrauchern das bestmögliche Produkt anzubieten. Honorare seien bezahlt, auch wenn der Kunde mit dem Produkt unzufrieden ist, heißt es im Offenen Brief. „Die mit der Stornohaftung erzielten verbraucherschützenden Errungenschaften gehen bei einem Provisionsverbot vollständig verloren“, sagt Zielke.

Im weiteren Verlauf des Briefs gehen die Unterzeichner auf die soziale Komponente der Provisionsberatung ein. Sie schreiben: „Im Provisionssystem erhalten Berater von Besserverdienenden eine höhere Provision und subventionieren somit die Beratung von Geringverdienern mit. Kommt das Provisionsverbot, besteht die Gefahr, dass Geringverdiener keine sinnvolle Beratung mehr bekommen und auch keine Zweitmeinung einholen, da bei jeder Beratung Honorar fällig wird.“

Warum der Green Deal durch ein Provisionsverbot gefährdet sein soll

Käme ein Provisionsverbot, wäre das auch aus einem anderen Grund mit Kostensteigerungen für Verbraucher verbunden, meinen die Unterzeichner des Briefs. Gemeint ist die Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen. Das würde nach Auffassung der Unterzeichner eine Beratung auf Honorarbasis deutlich teurer machen, da diese nach Zeit abgerechnet wird.

Damit würde ein Verbot des Provisionssystems den Green Deal gefährden. Die Anzahl der Berater würde zurückgehen, sodass Kleinsparer keine Beratung mehr bekämen. Das würden Beispiele Großbritanniens und den Niederlanden zeigen.

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Die Beteiligten, Dr. Carsten Zielke, Geschäftsführer der Zielke Research Consult GmbH, Ronald Perschke, Vorstand Going Public! Akademie und Dr. Klaus Möller, Vorstand Defino-Institut, plädieren daher dafür, den Kunden entscheiden zu lassen, wie er Beratung honoriert.