Heutzutage schießen die "Investment Professionals" wie Pilze aus dem Boden. Prominente, mehr oder weniger erfolgreiche Start-up-Unternehmer und andere Quereinsteiger werden über soziale Kanäle zu "Financial Influencers". Ironischerweise ziert sehr oft ein "dies ist keine Anlageberatung"-Hinweis Texte, die aber glasklare und ausdrückliche Empfehlungen sind.

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Wenn es Grauzonen oder Dienstleistungen gibt, für die kein ausreichend starrer Rechtsrahmen vorliegt, was erlaubt ist und was nicht, dann zählt die Anlageberatung sicherlich nicht dazu. Allerdings dürften die Gesetzgeber bei der Festlegung der bestehenden Vorschriften nicht an die rasanten Veränderungen gedacht haben, die das Internet und die sozialen Medien mit sich gebracht haben - nicht nur in Bezug auf die technischen Möglichkeiten, sondern auch in Bezug auf die Kultur.

Die MiFID wurde 2004 eingeführt, trat 2007 in Kraft, wurde 2014 überarbeitet, und musste - mit einem Jahr Verzögerung - am 3. Januar 2018 als MiFID II-Richtlinie umgesetzt werden. Die Anlageberatung als regulierte Dienstleistung gibt es schon seit einiger Zeit. Die Abgrenzung der Definitionen – was ist Anlagevermittlung und was ist Anlageberatung, ist sie unabhängig oder nicht etc. – sind präzise.

Die nationalen Gesetzgebungsrahmen sind ebenso eindeutig und unterwerfen die entsprechenden Dienstleistungen nicht nur einer Genehmigungspflicht, sondern verfügen auch über aufsichts- und zivilrechtliche Definitionen für sie. Und selbst wenn eine Empfehlung nicht der Definition von Anlageberatung entspricht – zum Beispiel, weil die Empfehlung öffentlich ausgesprochen wird und sich nicht an einen bestimmten Personenkreis richtet – muss sie bestimmte Sorgfaltskriterien erfüllen.

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