„Versicherer können auch solche extremen Schäden schultern – und erfüllen ihre Aufgabe“, sagte Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Wolfgang Weiler, am Donnerstag auf der Jahresmedienkonferenz des Verbandes mit Blick auf die Flutkatastrophe an der Ahr.

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Das verheerende Juli-Hochwasser sowie Hagelschläge im Juni prägten das Schadengeschehen in der Schaden- und Unfallversicherung: „Mit versicherten Schäden an Häusern, Hausrat, Betrieben und Kraftfahrzeugen von rund 12,5 Milliarden Euro ist 2021 das teuerste Naturgefahrenjahr Deutschlands seit Beginn unserer Statistik Anfang der 1970er-Jahre“, so Weiler. Die versicherten Schäden bei der Flut beziffert der Verband auf über 8 Milliarden Euro. Davon sei ein gutes Drittel an die Versicherten ausgezahlt.

Trotz Corona-Krise rechnet der Verband 2021 mit einer moderaten Zunahme der Beitragseinnahmen um gut 2 Prozent auf 76,6 Mrd. Euro (2020: 74,9 Mrd. Euro). Allerdings steigt der Schadenaufwand deutlich um 20 Prozent auf 62,3 Mrd. Euro (2020: 51,8 Mrd. Euro). Die Schaden-Kosten-Quote klettert damit von 90,7 (2020) auf 102 Prozent. „Das bedeutet: Leicht rote Zahlen, aber angesichts der Rekordschäden ein vorzeigbares Ergebnis“, so der Verbands-Präsident. 2013 schrieben die Schaden-Unfallversicherer zuletzt roten Zahlen.

Lebensversicherung: Einmalbeitragsgeschäft gedämpft

In Bereich der Lebensversicherung verzeichnen Versicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds bei den Beitragseinnahmen ein leichtes Minus von 1,4 Prozent (102 Mrd. Euro). Der Verband führt das darauf zurück, dass das Rekordniveau aus 2020 im Einmalbeitragsgeschäft nicht wiederholt werden konnte. Dieser Bereich verzeichnet einen Rückgang um 4,7 Prozent auf 36,5 Milliarden Euro. Die laufenden Beitragseinnahmen legten hingegen leicht auf 65,3 Milliarden Euro zu.

Comeback der Riester-Rente

Zuwächse konnten auch im Riester-Neugeschäft verzeichnet werden: deutliche 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2021 stehen also 310.500 neue Verträge zu Buche. Der Bestand blieb weitgehend stabil bei rund 10,4 Millionen Verträgen. Bei den Basisrenten stieg die Zahl neu vermittelter Policen sogar um fast 40 Prozent auf knapp 119.000 Verträge. Der Gesamtbestand erhöhte sich dadurch um vier Prozent auf 2,5 Millionen Verträge.

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Video-Aufzeichnung der GDV-Jahresmedienkonferenz