Im vergangenen Jahr hatte der Maklerpool Jung, DMS & Cie. eine erste Kooperation im Sparkassensegment festgezurrt. Damals war die s mobile Versicherungsmakler GmbH, ein Unternehmen der Sparkasse Bremen Gruppe, an die Technik aus dem Hause des Pools angeschlossen worden. Dadurch sollten die Bestände über die Plattform des Pools abgewickelt werden. Im Rahmen der Partnerschaft solle die Sparkassen-Tochter die App "allesmeins" aus dem Hause des Maklerpools nutzen können. Dies solle in Form einer White-Label-Lösung geschehen.

Im Februar 2021 zog der Wiesbadener Finanzkonzern einen weiteren dicken Fisch an Land. Der Provinzial Konzern wollte sein Versicherungsgeschäft der Sparkassen im Privatkundenbereich neu aufstellen. Den Kunden sollen im Rahmen der Zusammenarbeit Versicherungsprodukte außerhalb des Provinzial Produktangebots verkauft werden. Dies solle über den S-Versicherungsmanager und die JDC Plattform geschehen. Allerdings sei die Zusammenarbeit auf die rund 100 Sparkassen im Geschäftsgebiet der Provinzial beschränkt.

Nun verkünden die JDC Group und die Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts (Versicherungskammer) eine Kooperation für das Versicherungsgeschäft der Sparkassen im Privatkundenbereich. Einen entsprechenden Kooperationsrahmenvertrag haben beide Seiten gestern unterzeichnet. Auch hier solle den Privatkunden Versicherungsprodukte verkauft werden. Dies solle über den S-Versicherungsmanager und die JDC Plattform geschehen. Diese sollen über eine Schnittstelle technisch eng verzahnt werden. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Die Nachricht kommt durchaus überraschend. Denn Ende 2019 kaufte die Versicherungskammer den digitalen White Label-Versicherungsmanager aus dem Hause Clark. Dieser sollte zuerst bei den Sparkassen in den Geschäftsgebieten des Konzerns Versicherungskammer (Bayern, Pfalz, Saarland sowie Berlin und Brandenburg) ausgerollt werden. Anschließend sollte der S-Versicherungsmanager auch den anderen öffentlichen Versicherern und ihren Sparkassen zur Verfügung gestellt werden. Doch mehr als eine Testphase scheint das Werkzeug nicht überstanden zu haben.

Überdies wird die VKB bei JDC einsteigen. Dazu wird JDC eine Barkapitalerhöhung durchführen. In Summe sollen 540.000 neue Stückaktien ausgegeben werden. Diese sollen von der Versicherungskammer gezeichnet werden. Dadurch solle dem Finanzkonzern ein zusätzliches Eigenkapital von rund 10,7 Millionen Euro zufließen, heißt es weiter. Es ist nicht die erste größere Veränderung der Teilhaberstruktur. Denn im November 2019 war der kanadische Finanzdienstleister Great West mit Sitz in der Steueroase Irland mit einer 28-prozentigen Beteiligung an der JDC Group AG eingestiegen.

„Wir freuen uns darüber, mit der Versicherungskammer nach der Provinzial den zweiten und zudem größten öffentlichen Versicherer als Kunden zu gewinnen. Das ist eine weitere langfristige Kooperation, mit der wir die Versicherungsplattform Nummer 1 im Bereich der Sparkassen und in ganz Deutschland werden wollen“, erläutert Ralph Konrad, CFO der JDC Group.