Das Angebot in Sachen Riester-Rente dünnt sich aus. Waren vor Jahresfrist noch 37 Gesellschaften mit 77 Tarifen im Markt, sank das Angebot auf jetzt nur noch 32 Versicherer und 71 Tarife. „Das war ein Rückzug mit Ansage“, analysiert Michael Franke. „Der magere Rechnungszins macht es für Versicherer immer schwerer, die Beitragsgarantie zu erwirtschaften. Beitragserhalt wird bei einem Höchstrechnungszins von 0,25 Prozent zum Kraftakt. Zwanzig Jahre nach Einführung der Riester-Förderung rechnen wir deshalb mit einem weiteren Rückzug aus diesem Geschäftsfeld.“

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Aber Totgesagte leben bekanntlich länger: Rund 19 Prozent der Riester-Tarife erhalten die Note hervorragend, während etwas über 50 Prozent der Tarife noch ein FFF erreichen. Besonders punkten können garantieorientierte Hybride sowie Tarife der neuen Klassik.

Welche Kriterien der Auswertung zugrunde gelegt wurden, unterscheidet sich von Produktklasse zu Produktklasse. Den vollständigen Kriterienkatalog hat Franke und Bornberg auf einem 13-seitigen PDF offengelegt.

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Damit eine sachgerechte Vergleichbarkeit der Produkte gegeben ist, haben die Analysten alle Tarife einer von fünf Produktkategorien zugeordnet:

  • Klassik: Darunter fallen Rentenversicherungen mit garantiertem Rechnungszins. Sparbeiträge werden ausschließlich im Sicherungsvermögen der Versicherer angelegt.
  • Neue Klassik: Auch hier fließen Sparbeiträge in das Sicherungsvermögen. Es werden endfällige Garantien, aber keine Mindestverzinsung vereinbart. Durch den Verzicht auf jährliche Garantien steigen die Renditechancen. In diese Kategorie fallen auch klassische Produkte mit Indexpartizipation.
  • Fonds: Sparbeiträge werden ausschließlich in Investmentfonds angelegt. In der 2. Schicht (Riester) gibt es aufgrund des Garantiegebotes keine fondsgebundenen Rentenversicherungen.
  • Hybrid Garantie: Der Versicherer sagt ein Garantieniveau zu, das durch Umschichten zwischen Sicherungsvermögen und fondsorientierter Anlage während der Vertragslaufzeit erreicht wird. Vertragsguthaben, das für die Garantie nicht gebraucht wird, kann renditeträchtig angelegt werden (z. B. dynamische 3-Topf-Hybride mit Sicherungsfonds).
  • Hybrid Beitrag: Hier entscheiden Kunden selbst, welcher Anteil ihrer Sparbeiträge in die Fondsanlage und welcher ins Sicherungsvermögen fließt. In diese Kategorie fallen u. a. statische 2-Topf-Hybride.
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