Im Jahr 2014 sind die ersten eigenständigen Cyber-Versicherungen für Privatleute auf den Markt gekommen. Seither stieg das Angebot auf gerade einmal 19 Tarife von 17 Gesellschaften. Im Gegensatz zu gewerblichen Cyberpolicen gibt es bei eigenständigen Cyber-Versicherungen im Privatgeschäft keine Standards. Bis heute fehlen GDV-Musterbedingungen. Lediglich für Cyber-Assistance-Leistungen hält der Versichererverband unverbindliche Formulierungsvorschläge bereit.

Das Ratinghaus Franke & Bornberg hat nun zum ersten Mal Cyber-Policen unter die Lupe genommen. Mit dem neu geschaffenen Überblick über die Tariflandschaft möchte das Ratinghaus aus Hannover dazu beitragen, dass Standards für private Cyber-Versicherungen in greifbare Nähe rücken. „Mit unseren Bedingungsratings schaffen wir die Basis für Qualitätsstandards.“, sagt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer von Franke und Bornberg.

Für das Rating seien in Summe 19 Tarife von 17 Anbietern auf rund 68 Kriterien hin untersucht worden. Doch dies war gar nicht so einfach. „Selten haben wir eine so unübersichtliche Tariflandschaft analysiert wie beim privaten Cyberschutz. Zwar gibt es einige Cyber-Tarife mit identischem Bedingungswerk. Jedoch - Cyber-Versicherungen von anderen Anbietern unterscheiden sich in ihren Leistungen und Ausschlüssen deutlich“, so Franke. Die vorhandenen Merkmale in ein aussagekräftiges Bewertungsschema abzuleiten, sei nicht einfach gewesen. „Unterschiedlichste Formulierungen und Regelungen, beispielsweise sehr unterschiedliche und differenzierte Ausschlüsse und Leistungsvoraussetzungen, mussten in einheitliche Bewertungsmaßstäbe überführt werden“, resümiert Franke. Die breitgefächerte Tariflandschaft zeigt sich übrigens auch in der Preisspanne. Denn diese liege zwischen 6,90 Euro bis 184,45 Euro pro Jahr. Die durchschnittliche Jahresprämie betrage 71,47 Euro.

Für die Bewertung der Tarife wurden die Bereiche „Konto-/ Daten-/ Identitätsmissbrauch“, „Daten- und Geräterettung nach Cyber-Attacken“ sowie „Verlust bei Interneteinkäufen“ am stärksten gewichtet. Diese drei Kriterien machten fast 40 Prozent der erreichbaren Punkten aus. Für eine Spitzenbewertung mussten Tarife unter anderem einen Versicherungsschutz für Pharming, Phishing und Skimming für Zahlungskarten und Banking haben. Gleichwohl gibt es aber durchaus unterschiedliche Leistungshöhen. Für entscheidende Punkte wie etwa „Konto-/ Daten-/ Identitätsmissbrauch“ sollte sie bis zu 20.000 Euro betragen. „Verluste bei Interneteinkäufen“ und „Verluste bei Internetverkäufen“ sollten bis zu 15.000 Euro abgesichert sein.

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