Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland haben eine betriebliche Altersversorgung oder anders ausgedrückt: Die deutschen Lebensversicherer haben 2020 erneut mehr bAVVerträge verkauft. Das geht aus der Broschüre „Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2021“ des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Demnach bestünden bundesweit rund 16,38 Millionen bAV-Verträge und damit etwa 130.000 mehr als noch 2019. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 waren es nur 13,21 Millionen bAv-Verträge. Das ist ein Zuwachs von gut 24 Prozent innerhalb von zehn Jahren.

Inzwischen sei fast jede fünfte LV-Police (19,0 Prozent) im Bereich der betrieblichen Absicherung angesiedelt. Bezogen auf das Beitragsvolumen habe die betriebliche Altersversorgung sogar einen Anteil von fast einem Viertel (23,6 Prozent) erreicht.

Die Entwicklung ist auch mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz verbunden. Denn der Gesetzgeber hatte zum 1. Januar 2018 die Förderung von Betriebsrenten bei Arbeitnehmern mit kleiner Lohntüte gestartet. Seither sollen Arbeitnehmer, wenn sie ein Brutto-Monatseinkommen von bis zu monatlich 2.575 Euro haben, unterstützt werden. Zahlt der Arbeitgeber hier 240 bis 480 Euro pro Jahr in einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder Direktversicherung ein, erhält er vom Staat einen direkten Steuerzuschuss von 30 Prozent bzw. maximal 288 Euro.

Seit der Einführung sei der staatliche Zuschuss von fast 82.100 Arbeitgebern in Deutschland für über eine Millionen Beschäftigte mit niedrigen Bruttolöhnen genutzt worden. Im Jahr 2020 hat der deutsche Staat dies mit 175,5 Millionen Euro bezuschusst. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor.

Den größten Anteil an den Betriebsrentenverträgen haben Direktversicherung. Deren Zahl sei 2020 um 0,9 Prozent auf rund 8,6 Millionen Verträge gestiegen. Der laufende Beitrag für ein Jahr habe um rund 0,8 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro zugelegt. Die Zahl der Rückdeckungsverträge sei um 1,8 Prozent auf rund 3,6 Millionen angewachsen. Gleichzeitig sei der laufende Beitrag um 2,1 Prozent auf gut 4,8 Milliarden Euro geklettert. Bei den Pensionskassen habe sich der Vertragsbestand um 1,3 Prozent auf 3,6 Millionen Policen verringert. Auch der laufende Beitrag musste Einbußen hinnehmen. Hier sei ein Wert von 2,2 Milliarden Euro (minus 4,8 Prozent) erzielt worden.

Laut der Auswertung hätten Pensionsfonds kräftig zulegen können. Demnach sei die Anzahl der Verträge um 6,2 Prozent auf rund 600.000 Verträge geklettert. Die laufenden Beiträge seien deutlich von knapp 188 Millionen Euro auf 201 Millionen Euro gestiegen.