Geschäftsgeheimnisse sind für viele Unternehmen von existenzieller Bedeutung. Denn durch Wirtschaftsspionage, Geheimnisverrat, Datendiebstahl und Co. entstehen in deutschen Unternehmen gigantische Gefahren: Im Jahr 2018 verursachte Wirtschaftskriminalität in Deutschland Schäden in Höhe von knapp 3,36 Milliarden Euro. Und die Polizei registrierte 2019 einen Höchststand von über 100.500 Fällen von Cyber-Kriminalität im engeren Sinne – ein Anstieg von über 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ebenso weiß jeder Unternehmer: Know-how ist die Währung der wissensbasierten Wirtschaft und schafft Wettbewerbsvorteile für Unternehmen – oder eben Nachteile, wenn wertvolle Ideen, Pläne und Know-how abhandenkommen.

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Das kann Finanzdienstleistungs- und Versicherungsunternehmen natürlich genauso treffen wie alle anderen Firmen auch – denn natürlichRechtsanwältin und Fachanwältin für Arbeitsrecht Rebekka De Conno, LL.M. (gewerblicher Rechtsschutz)WWS besitzen auch Finanzberater, Versicherungsvermittler und Co. zahlreiche schützenswerte Informationen, die für sie von erheblichem Wert sind. Das muss nicht zwingend technisches Know-how sein, vielmehr sind auch Kundendaten für den Vertrieb sehr wertvoll und können über den weiteren Geschäftserfolg entscheiden. Gehen diese Daten verloren, sind erfolgreiche Vertriebsaktivitäten fürs Erste stark gestört.

Schutz vor unerlaubter Erlangung, Nutzung und Offenlegung von Geheimnissen

Aber was ist ein Geschäftsgeheimnis eigentlich genau? Im Sinne des neuen Geschäftsgeheimnisgesetzes (GeschGehG – Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen) ist ein Geschäftsgeheimnis eine Information, die weder allgemein bekannt oder ohne Weiteres zugänglich und daher von wirtschaftlichem Wert ist. Ebenso muss die Information Gegenstand angemessener Geheimhaltungsmaßnahmen durch ihren rechtmäßigen Inhaber sein und so wertvoll sein, dass ein berechtigtes Interesse an der Geheimhaltung besteht.

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Daher hat der Gesetzgeber mit dem Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen einen besonderen Sicherheitsmechanismus eingeführt. Das GeschGehG dient seit 2019 dezidiert dem Schutz von Geschäftsgeheimnissen vor unerlaubter Erlangung, Nutzung und Offenlegung. Verbotene Handlungen sind danach Geheimnisverrat, Betriebsspionage, Geheimnishehlerei und Vorlagenfreibeuterei. Bis zur Einführung war der Schutz von Geschäftsgeheimnissen im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), wenn auch nur fragmentarisch, geregelt.