Banken und Sparkassen gehen immer mehr dazu über, sinkende Zinserträge an ihre Kundinnen und Kunden weiterzugeben: Sie müssen teils deutlich höhere Gebühren für das Girokonto zahlen. Laut einer Analyse des Onlineportals biallo.de bieten von mehr als 1.300 Geldinstituten nur noch 39 ein kostenloses Girokonto an. Das bedeutet, diese Anbieter verlangen weder eine Kontoführungsgebühr noch Spesen für die Girocard. (Stand: 20.11.2020).

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Deutsche Bank hob Gebühren im Oktober an

Unter den Instituten, die zuletzt ihre Gebühren deutlich anhoben, waren auch prominente Vertreter. Die Deutsche Bank als Marktführerin berechnet ihren Kundinnen und Kunden seit dem 1. Oktober rund ein Fünftel mehr: Es war bereits die zweite Preisanhebung binnen zwei Jahren, wie die „Stuttgarter Zeitung“ zuerst berichtete. Das „DB Aktiv Konto“ kostet seither 6,90 Euro statt 5,90 Euro im Monat, das „DB Best Konto“ verteuerte sich gar von 11,90 Euro auf 13,90 Euro pro Monat.

Allein im ersten Halbjahr 2020 haben nach Biallo-Recherchen 400 von 1.300 Banken ihre Preise für Girokonten erhöht: im Schnitt um 30 Prozent für „klassische“ Online- und Filialkonten sowie um 20 Prozent für Premiumkonten, die einen Großteil der Bank-Services abdecken.

Manche Banken verlangen Mindesteingang

Eine schlechte Nachricht sind die steigenden Kosten fürs Girokonto gerade für Menschen mit kleinem Geldbeutel. Denn viele Institute, die einst kostenlos ihr Konto anboten, ist nun ein Mindesteingang pro Monat notwendig, damit keine Gebühren anfallen. Zum Beispiel ist das Girokonto der ING und der Commerzbank für Neukunden erst ab einem Geldeingang von 700 Euro kostenlos, ansonsten müssen 4,90 Euro (ING) im Monat oder gar 9,90 Euro (Commerzbank) gezahlt werden. Bei der Postbank sind sogar 3.000 Euro monatlich erforderlich, sonst fällt eine Kontoführungsgebühr von 10,90 Euro pro Monat an.

Unter den Banken, die überregional tätig sind und in vielen Städten Filialen haben, sind sogar nur drei Anbieter mit kostenlosem Konto übrig geblieben: Hypovereinsbank, Degussa und Santander. Ansonsten sind mehrere Direktbanken ohne eigenes Filialnetz im Privatkunden-Geschäft unter den Anbietern ohne Kosten: etwa die DKB, die ComDirect oder 1822direkt, eine Direktbank-Tochter der Sparkassen. Die Liste ist auf der Webseite von biallo.de einsehbar.

Aus Sicht der Versicherungsbranche interessant ist die C-24-Bank: Hierbei handelt sich um die Banktochter des Vergleichsportals Check24. Allerdings ist nur die Grundversion des Girokontos („C 24 smart“) kostenlos, während für die beiden Kontomodelle mit erweiterten Funktionen gezahlt werden muss: 5,90 Euro pro Monat für „C24 plus“ und 9,90 Euro für „C24 max“. Unter anderem bietet die Bank-App des Onlinevergleichers auch die Option, Versicherungen und Vorsorge-Produkte abzuschließen.