Wenn Sie zu dem glücklichen Kreis gehören sollten, der über gute Mitarbeiter verfügt, sollten Sie aber nicht zu euphorisch sein, denn das mit dem internen Kronprinzen oder der internen Kronprinzessin endet selten in einer erfolgreichen Nachfolgelösung. Das liegt in vielen Fällen schon einfach an der Tatsache, dass ein Mitarbeiter den Kaufpreis selten einfach so auf dem Konto liegen hat und deshalb in vielen Fällen eine Finanzierung benötigt. Und für die werden in der Folge monatliche Zins- und Tilgungszahlungen fällig. Im Gegensatz zum Seniormakler wird der Nachfolger aus dem Gewinn des Unternehmens also nicht nur seinen Lebensunterhalt, sondern auch die Finanzierung bestreiten müssen – und das macht die Rechnung oft schwierig oder gar unmöglich.

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Dazu kommt, dass viele Seniormakler einen flexiblen Ausstieg anstreben – sich das berufliche Ende also offenhalten wollen. Auf einer solch unsicheren Basis kann ein Existenzgründer aber selten wirklich zuverlässig planen. Wenn kein überschaubarer Planungszeitraum gegeben ist, lässt sich die private Existenz schwer regeln und auch eine Finanzierung nicht zuverlässig auf die Beine stellen.

Dabei stellt die Existenzgründung an sich für viele Kandidaten schon ein emotional sehr anstrengendes Abenteuer dar. Immer weniger Menschen setzen sich der Angst vor der möglichen psychischen Belastung eines Selbständigen, vor den eventuell zu erwartenden finanziellen Risiken oder vor einem nicht steuerbaren Altinhaber aus, dessen Lebensplanung sich regelmäßig zu ändern droht. Der Altinhaber, der nicht loslassen kann und noch jahrelang immer wieder unkontrolliert in die Unternehmenspolitik einzugreifen droht, verhindert bei nicht wenigen Mitarbeitern, dass sie sich mit einem solchen Projekt überhaupt näher beschäftigen.

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Dazu kommen dann aber auch viele Seniormakler, die voller Euphorie in die Nachfolgeplanung mit einem Mitarbeiter starten und dann irgendwann das Projekt frustriert abbrechen, weil er den potenziellen Nachfolger an seinen eigenen Fähigkeiten und Werten misst. Viele Seniormakler verkennen, dass ein solcher Vergleich sehr unfair ist, weil die Erwartungshaltung an einen Junior in einem solchen Fall viel zu hoch angesetzt wird. Viele Seniormakler scheinen vergessen zu haben, dass sie zum Zeitpunkt ihrer Existenzgründung ebenfalls nicht die perfekten Unternehmer waren und ihre Fähigkeiten erst im Laufe viele Jahre als Unternehmer erworben haben.