Jeder fünfte Berufstätige (21 Prozent) hält die Renteninformation der Gesetzlichen Rentenversicherung für unverständlich. Das zeigt eine Fidelity-Studie. Überdies hielten es über die Hälfte der Berufstätigen (55 Prozent) für sehr wichtig oder wichtig, einen Online-Zugang zu einem Rentenportal zu haben. Diesem Wunsch hatte sich auch die Politik angenommen. Dazu hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart, eine säulenübergreifende Rentenübersicht aufzubauen. Diese soll ab 2023 für alle Anbieter von privaten und betrieblichen Renten verpflichtend sein.

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Ab Oktober 2022 sollen Bundesbürger die digitale Rentenübersicht nutzen können. Das geht aus dem Gesetzentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hervor, der im Herbst vom Bundestag beschlossen werden soll. Für diesen Plan klopft sich die Große Koalition gefühlt auf die eigenen Schultern. „Das ist ein wirklicher Durchbruch in unserem Bemühen, den Bürgern endlich eine umfassende Information über den Stand ihrer individuellen Altersvorsorge zur Verfügung zu stellen“, sagte CDU-Rentenpolitiker Peter Weiß. „Falls es Lücken in ihrer Vorsorge geben sollte, können sie diese künftig erkennen – und zwar früh genug, um sie noch rechtzeitig durch zusätzliche Vorsorge zu schließen.“

Deutlich schneller geht es bei der Allianz mit einer Rentenübersicht. Denn der Münchener Versicherer hat einen kostenlosen Rentenkompass gestartet. Dieser ist im Online-Portal "Meine Allianz" verbaut, soll aber auch für Nichtkunden verfügbar sein. Mit der Anwendung sollen Verbraucher eine realistische Brutto-Rente ermitteln können. Auch eine Annäherung an ihre spätere Netto-Rente sei mit dem Tool möglich. Dabei würden auch aktuell gültigen Steuern und Sozialabgaben berücksichtigt. In den Rentenrechner sollen nicht nur Einkommen aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge einfließen. Auch Einkünfte aus Immobilienbesitz und Kapitalvermögen könnten hinterlegt werden. Zudem solle auch die Inflation in die Berechnung einfließen können. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

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Mit dem Rentenkompass will der Versicherer viele unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Dies ginge vom Berufseinsteiger über Berufstätige bis hin zu Menschen, die kurz vor der Rente stehen. „Dass die Menschen realistisch einschätzen können, ob sie gut vorgesorgt haben, ist wichtig und dazu wollen wir mit dem Rentenkompass beitragen“, sagt Alf Neumann, Digitalisierungsvorstand der Allianz Leben.