Jüngstes Beispiel ist das Angebot MeinMVP. Ursprünglich eine Idee der VHV, hat sich im Januar daraus der Verein meinMVP e.V. gegründet. Die Mitglieder sind namhafte Versicherer, neben der VHV, der Volkswohlbund, die Itzehoer, die Haftpflichtkasse, KS Auxilia, die Gothaer und Swiss Life. Das Angebot ist verlockend, neben einem kostenlosen Maklerverwaltungsprogramm übernimmt der Verein die Lizenzkosten für die BiPRO-Lösung von Zeitsprung, die Vergleichssoftware von Franke und Bornberg und Thinksurance.

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Das meinMVP-Universum müssen die Makler nicht mehr verlassen, die Lösung reicht bis zur Antragseinreichung, eine Lösung zur eigenen Provisionsabrechnung ist auch schon geplant. Mit dieser Lösung macht man insbesondere den Maklerpools Konkurrenz, die ebenfalls für viele Softwarelösungen die Lizenzkosten übernehmen.

Wie tragfähig dieses Modell ist, wird die Zukunft zeigen, denn der Verein hat mit dem kostenlosen Angebot nicht unerheblich Kosten zu tragen, die insbesondere dann steigen, wenn das Angebot von vielen genutzt wird. Ob sich die Vereinsmitglieder in der Frage der Finanzierung dauerhaft einig bleiben, ist offen. Wie unabhängig ist ein Makler über so eine Plattform?

Wird es sich irgendwann auf die Versicherungsangebote der Vereinsmitglieder beschränken? Und wie objektiv sind dauerhaft überhaupt die Produktvergleiche? Denn mit zunehmenden Erfolg begeben sich auch die Anbieter der Vergleichsprogramme in eine gefährliche Abhängigkeit. Und was unterscheidet zum Schluss noch Makler A von Makler B, wie weit sind die Makler dann beliebig und austauschbar?

Allround-Lösungen sind immer verlockend, besonders wenn Sie kostenlos sind. Bei den kostenlosen Angeboten von Facebook und Google haben wir alle längst verstanden, welchen Preis wir dafür zahlen.

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Und vergessen wir nicht, um was es letztendlich geht: „Daten sind der Rohstoff der Zukunft.“ (Bundeskanzlerin Angela Merkel).