Telematik-Tarife in der Kfz-Versicherung haben es in Deutschland schwer und bleiben weiterhin ein Nischenthema. Das zeigt auch eine Auswertung des Online-Portals „Finanztip“. So hätten 2019 lediglich rund 300.000 Kunden einen solchen Tarif genutzt. Auch die Zahl der Anbieter verkleinerte sich von elf auf neun Versicherer. 2017 waren es noch 14 Anbieter. Zuletzt hatte der Kölner Versicherer Gothaer den Abschied aus diesem Bereich angekündigt.

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Zum ersten Mal hat sich nun das Ratinghaus Assekurata das Angebot der Telematik-Tarife angeschaut. Dazu nahmen die Kölner Analysten allerdings nur sieben Anbieter unter die Lupe. Diese seien anhand von zehn Hauptprüfpunkten mit rund 60 Detailkriterien auf Herz und Nieren geprüft worden.

„Besonders bei den Themen Rabatt, Rabattformen und Messkritierien für das Fahrverhalten zeigt sich der Markt sehr heterogen“, erläutert Arndt von Eicken, Managing-Analyst bei Assekurata. Bei den Tarifen gäbe es teilweise deutliche Unterschiede bei den maximal erfahrbaren Rabatten. Zudem würden einige Gesellschaften Neukunden mit Startboni von bis zu 10 Prozent locken.

Bei den Rabattformen greift der Hauptteil der Versicherer auf ein Stufenmodell zurück, so dass der mögliche Rabatt bei Über- beziehungsweise Unterschreiten entsprechender Schwellenwerte an- oder absteigt. Lediglich die HUK-Gesellschaften und die VHV würden hier eine Ausnahme darstellen. Ihre Modelle ähnelten eher einer Kurvenverteilung. Dies habe den Vorteil einer relativen Gleichverteilung der Rabatte. Dadruch solle der Kunde mit jedem Scorepunkt an einer prozentualen Beteiligung profitieren und nicht Gefahr laufen, bei einem einzelnen negativen Fahrverhalten aus einer Rabattstufe zu fallen.

Besonders früh gäbe es Rabatte für Kunden der HUK-Gesellschaften. Schon ab sieben erfahrenen Scorepunkten soll es einen Rabatt in Höhe von einem Prozent geben. Ab einem Score von 35 Punkten hätten sich die Versicherten bereits einen Rabatt von 5 Prozent verdient. Die höchste Rabattschwelle hätten die Angebote des Generali-Konzerns. Hier müssten Versicherte zunächst 64 Scorepunkte erreichen, um 5 Prozent Rabatt zu erhalten. Auch die Ausschüttung der Rabatte ist unterschiedlich. „Während einige Unternehmen den Rabatt an den Kunden auszahlen, verrechnen beispielsweise die VHV, HUK und Cosmos diesen mit dem Folgebeitrag des nächten Jahres.“, stellt Arndt von Eicken fest. Dies habe jedoch den Nachteil, dass die Rabatte verfallen würden, falls der Kunde den Vertrag kündigt.

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Zwei mal konnte das Ratinghaus die Höchstbenotung ("sehr gut") vergeben. Diese Auszeichnung und damit die Gewinner des ersten Ratings der Telematik-Tarife sind die Angebote der HUK-Coburg/HUK24 (Telematik Plus) und der Allianz (BonusDrive). Drei Tarife wurden mit "gut" bewertet. Dazu zählen die Tarife der VHV (Telematik-Garant), Ergo (SaveDrive) und Generali (Telematik). Als "befriedigend" wurde der Tarif DiamondDrive der HDI eingestuft. Die schwächste Bewertung erhielt der Tarif der Cosmos (BetterDrive), der laut Assekurata nur "ausreichend" ist.