Zum Teil, und das steht ebenso außer Frage, muss sehr kräftig gedreht werden. Aber der aktuelle Stand beim Thema Digitalisierung der Versicherungsbranche ist um ein Vielfaches besser, als gemeinhin behauptet wird. Wie ich so etwas sagen kann? Das erkläre ich Ihnen hier!

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MarKo Petersohn

MarKo Petersohn ist seit 2012 das As im Ärmel der Versicherungsbranche im #Neuland. Mit seinem Fokus auf Medien und die Mediengesellschaft berät er Versicherer bei ihrer zukunftsfähigen Ausrichtung. Er schult die Vermittler in Seminaren und Workshops zu den Herausforderungen durch Social Media und Digitalisierung. Auch im Auftrag des Bildungsministeriums NRW und des BWV Bildungsverbandes, wo er Mitglied im Prüfungsausschuss zur „Digitalen Kommunikation in der Versicherungsbranche“ ist. Außerdem ist MarKo Petersohn Mitbegründer der Onlinemarketinggesellschaft für Versicherungsvermittler und verleiht auf der DKM den OMGV Award für herausragendes Onlinemarketing. Neben diesen Tätigkeiten besitzt er seit 2015 einen Lehrauftrag an der Kölner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft zum Thema „Medienwissenschaften und Kommunikation“. Auf Twitter finden Sie ihn unter @markopetersohn.

Die Versicherungsbranche wacht bei der Digitalisierung auf? Nein! Sie hat hier nie geschlafen!

Mit Beginn der Corona-Krise höre und lese ich quasi täglich, dass die Versicherungsbranche bei der Digitalisierung endlich aufwachen muss. Wenn ich mit Kollegen aus der Branche auf dieses Thema komme, wird diese Sichtweite gern als einvernehmliche Meinung vorausgesetzt. Man sieht im Prinzip die Krise als letzten Warnschuss vor den Bug all der Bedenkenträger in der Branche und als Startschuss, dass die Digitalisierung nun endlich ernsthaft angegangen wird. Umso größer ist die Verwunderung, wenn ich, der mittlerweile auch schon seit einem Jahrzehnt in der Versicherungsbranche die Themen Social Media und Digitalisierung forciert, dem widerspreche.

Ich sehe die Corona-Krise nicht als den finalen digitalen Weckruf für die Versicherungsbranche. Denn ich sehen nicht, dass die Versicherer bei dem Thema geschlafen haben. Sie haben, im Gegensatz zu InsurTechs, nur nicht jeden digitalen Schritt laut bejubelt, sondern schlicht und einfach weitergearbeitet. Glauben Sie nicht? Überlegen Sie nur, wie schnell die Versicherungen nahezu sämtliche Mitarbeiter in kürzester Zeit ins Homeoffice schicken konnten.

Das ist alles andere als selbstverständlich! Denn dafür benötigt man nicht nur eine vorhandene digitale Infrastruktur, Technologien (Hardware & Software) und Mitarbeiter, die damit umgehen können, sondern auch entsprechende digitalfähige Prozesse. Das gilt für die internen ebenso, wie für die Kundenprozesse. Denn diese werden aktuell nicht digitalisiert, weil man muss, sondern weil man es kann. Weil man in den letzten Jahrzehnten im Stillen die entsprechenden Weichen gestellt hat. Und von dieser guten Vorarbeit profitiert die Branche jetzt.

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