Seit Mitte 2019 ist klar, dass die Allianz eine eigene Finanzplattform mit dem Namen Iconic Finance aufbauen möchte. Inzwischen gibt es ein eigenes Unternehmen und ein beeindruckendes Führungsteam für die ambitionierten Pläne. Neben Allianz-Manager Tobias Tschiersky wechselte Arnold Brunner vom Legaltech Aboalarm zu Iconic Finance. Hinzu kommt Vincent Haupert, Sicherheitsexperte an der Uni Erlangen-Nürnberg. An der Spitze des jungen Unternehmens soll Bernd Storm stehen. Storm hatte den Kündigungsdienstleister Aboalarm aufgebaut. Das Münchener Unternehmen war 2017 mehrheitlich vom Vergleichsportal Verivox übernommen worden.

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Nach den geklärten Personalien kommt nun Schwung in die Sache. Denn das neue Angebot werde nicht unter der Flagge Iconic Finance laufen. Denn das Münchener Unternehmen hat sich die Markenrechte für "Heymoney" sowie die passenden Domains gesichert. Das berichtet "Finance Forward", das Finanzportal von "Capital" und "OMR".

Screenshot heymoney.de

Inzwischen ist die Homepage bereits online. Allerdings ist das Portal vorerst in einer Betaversion und noch nicht komplett scharf geschalten. Denn aktuell können dort nur Updates abonniert werden. Die Richtung für das neue Baby ist aber bereits erkennbar. Denn "Heymoney" soll ein „komplettes Ökosystem“ für Finanzdienstleistungen werden. Dort sollen Konten, Verträge und Versicherungen in einer App verwaltet werden können. Auch sollen diese Verträge "optimiert" werden können. Ergo werden im Hintergrund Produktvergleiche für verschiedenste Angebote abgebildet. Der Versicherer hätte sich damit sein eigenes Vergleichsportal in Konkurrenz zu Check24 und Verivox geschaffen. Einen ähnlichen Kontomanager bietet beispielsweise Check24 schon länger. Dort können ebenfalls mehrere Konten, Verträge aus den Bereichen Strom und Gas sowie Versicherungspolicen hinterlegt werden.

An dieser Stelle könnte ein Deal des Versicherungskonzerns aus dem Mai 2019 wieder spannend werden. Denn damals hatten sich die Münchener das Vergleichsportal Finanzen.de gesichert. Das Unternehmen agiert als Versicherungsmakler und Leadverkäufer. Das Berliner Unternehmen soll unter anderem wertvolle Kundenkontakte liefern. Doch es könnte eben auch in der neuen Plattform aufgehen. Schließlich will "Heymoney" auch Versicherungen optimieren. So könnte die neue Finanzplattform eine Technik nutzen, die diverse Banken und auch Fintechs schon nutzen.

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Der Ansatz ist recht simpel: Mit der Zustimmung der Kunden, darf eine Software die Kontobewegungen der Kunden durchleuchten. Dabei kann unter anderem festgestellt werden, welche Policen der Verbraucher hat und, ob es sich um einen Single oder eine Person in einer Partnerschaft handelt. Daraus kann die Software wiederum Empfehlungen für einen verbesserten Schutz offerieren. Als Beispiel sei hier die bestehende Plattform aus dem Hause des Wiesbadener Finanzkonzerns JDC Group genannt. Dieser hat diese Technik per White-Label-Lösung unter anderem bei der Sparda-Bank Baden-Württemberg sowie bei der Comdirekt platziert.