Am 24. Januar wird der internationale Tag der Bildung begangen. Aus diesem Anlass hat der Versicherer LV1871 eine Yougov-Umfrage in Auftrag gegeben, wie es um das Finanzwissen der Deutschen bestellt ist. Das Ergebnis zeigt erneut Lücken auf — wie bereits frühere Umfragen.

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Die Umfrage bestand aus zwei Teilen. In einem ersten wurden die 2.028 repräsentativ ausgewählten Personen ab 18 Jahren befragt, „Wo bekommen Sie aktuell noch Zinsen auf Ihr Geld?“ Mehrfachnennungen waren möglich.

Häufigste Nennung: Man bekommt "nirgendwo mehr Zinsen"

Aufhorchen lässt, dass 38 Prozent der Befragten antworteten, aktuell bekomme man „nirgendwo“ noch Zinsen fürs Geld: das war die häufigste Antwort. Wobei die Umfrage offen lässt, ob ein Teil der Befragten die Niedrigzins-Situation an den Kapitalmärkten durchaus realistisch einschätzt und stattdessen auf Geldanlagen vertrauen, die weniger zinsabhängig sind: eben zum Beispiel Fonds und Aktien. Oder ob sie komplett auf Geldanlage verzichten.


"Wertpapiere" = "Zins"?

Rang zwei der meisten Nennungen erzielten mit 37 Prozent Nennungen „Klassische Geldanlagen“, wobei auch hier nicht genau spezifiziert wurde, was sich konkret dahinter verbirgt. Laut mehreren anderen Studien sind jedoch Sparbuch und Festgeld noch immer die Nummer 1 bei der Geldanlage der Deutschen. So zeigt zum Beispiel eine Umfrage von JP Morgan, dass jeder zweite Bürger nach wie vor ein Sparbuch besitzt — obwohl diese aktuell unter Hinzunahme der Inflation einen Wertverlust bedeuten.

Wertpapiere rangieren auf Rang drei mit immerhin rund 23 Prozent der Nennungen — wobei diesbezüglich gefragt werden kann, ob die Studie hier nicht selbst begriffliche Unschärfen provoziert. Gefragt wurde nach: „Wo bekommen Sie aktuell Zinsen für Ihr Geld?“ und nicht auch nach Rendite oder Dividende. Wenigstens missverständlich, wenn nicht gar falsch. Es folgen Versicherungen mit 19 Prozent Nennungen und dann Sachwerte (z.B. Gold, Immobilien) mit zehn Prozent Zustimmung.

Finanzbegriffe oft nicht bekannt

Ein zweiter Teil der Umfrage bezog sich auf die Bekanntheit von Begriffen. Die Teilnehmer wurden gefragt: „Können Sie diese Fachbegriffe erklären?“. Rendite war mit 62 Prozent jenes Wort, dass sich noch die meisten zutrauten, gefolgt von „Dividende“ (60 Prozent) und „Garantiezins“ (55 Prozent). Auch der Begriff „Fonds“ hätte von mehr als jedem zweiten Erwachsenen (54 Prozent) erläutert werden können: zumindest laut Selbsteinschätzung.

“Aktienindex“ konnten hingegen kaum mehr als vier von zehn Befragten (41 Prozent) erläutern. Der „Zinseszinseffekt“ schneidet mit 40 Prozent noch schlechter ab. Stark vereinfacht: Werden Zinsen aus Kapitalerträgen erneut verzinst, so ist auch der Betrag höher, der erneut angelegt werden kann. Und damit wächst der Anlagebetrag, der nun wiederum verzinst wird. Der Gewinn aus den Zinsen steigt - je länger man einen Betrag zur Altersvorsorge leistet.

Die Beitragsgarantie ist für 39 Prozent der Befragten ein Begriff: also stark vereinfacht, dass zur vertraglich vereinbarten Ablaufzeit einer Lebensversicherung oder zum Beginn der Rentenphase mindestens die eingezahlten Bruttobeiträge wieder zur Verfügung stehen. Allerdings zeigte eine Studie des Ratinghauses Assekurata, dass bei Tarifen der sogenannten Neuen Klassik zunehmend auch diese Beitragsgarantie fehlt: zum Jahresanfang 2019 verzichteten ein Drittel der untersuchten LV-Tarife auf eine solche.

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"Diversifikation" ist nur für 18 Prozent ein Begriff, ETFs, trotz des Hypes, gar nur für 17 Prozent. „Die Ergebnisse unserer Umfrage sind beunruhigend: Rund jeder vierte Deutsche kann wichtige Finanzbegriffe nicht erklären. Gleichzeitig ist die private Vorsorge so wichtig wie nie. Diese Kombination ist verheerend. Es überrascht nicht, dass 37 Prozent der Befragten glauben, dass sie vor allem bei klassischen Geldanlage-Produkten Zinsen bekommen", kommentiert Hermann Schrögenauer, Vertriebsvorstand der LV 1871, die Ergebnisse. Er verweist auf die Wichtigkeit einer unabhängigen Finanzberatung.