Beispiel Schweden: Zwar entwickelt sich der schwedische Staatsfonds aktuell gut: von 2008 bis 2018 machte er jährlich im Schnitt 15 Prozent Gewinn. Aber es gibt auch schlechtere Zeiten. Nach Recherchen der „Welt“ verlor er zum Beispiel im Jahr 2002 rund 27 Prozent, begleitet von Kritik in den Medien und der Missmut vieler Bürger.

Anzeige

Bei anhaltendem Misserfolg könnten hier Legitimationsprobleme drohen. Und nicht alles am Fonds ist nachhaltig. Teils wird in Schweden auch mit hochriskanten Finanzwetten wie Derivaten jongliert, um die Rendite zu steigern. Was am Ende an Extrarente rauskommt, hängt stark vom Erfolg der beauftragten Fondsmanager am Kapitalmarkt ab.

Widerstand gegen Staatsfonds sinkt

Dennoch deutet vieles darauf hin, dass ein ähnliches Modell wie die "Extrarente" auch bald in Deutschland verhandelt werden könnte. Im Jahr 2020 will die Rentenkommission der Bundesregierung, „Verlässlicher Zukunftsvertrag“ benannt, Reformvorschläge präsentieren, wie die Rente auch über das Jahr 2025 hinaus zukunftsfest gemacht werden kann. Das Thema Rente dürfte also tatsächlich breit diskutiert werden.

Die CSU will auf ihrer gerade stattfindenden Klausurtagung im oberbayrischen Kloster Seeon ein Modell verabschieden, welches ebenfalls eine Art staatlichen Kapitalstock vorsieht: Wenn auch anders organisiert. So soll der Staat „ab Geburt bis zum 18. Lebensjahr für jedes Kind einen Beitrag von 100 Euro pro Monat in einen Generationen-Pensionsfonds einzahlen, der das Geld renditeorientiert anlegt“, zitiert die BILD aus einem entsprechenden Papier der Christsozialen (der Versicherungsbote berichtete).

Auch in der SPD und bei den Grünen gibt es starke Stimmen für einen staatlich verwalteten Kapitalstock. Ralf Kapschack, zuständiger Berichterstatter im Ausschuss für Arbeit und Soziales für die SPD-Bundestagsfraktion, sagte vor wenigen Monaten dem Versicherungsboten: "Ich halte diese Idee für sehr interessant. (...) Die Deutsche Rentenversicherung steht für Kontinuität und ist bekannt. Hier zusätzlich anzusetzen und eine Art Standardprodukt, das einfach, transparent und kostengünstig ist, anzubieten, finde ich genau richtig."

Anzeige

Darüber hinaus haben sich sogar Vertreter der Privatwirtschaft sowie wirtschaftsliberale Institute für ein solches Modell ausgesprochen, wenn auch teils mit deutlichen Unterschieden: vor allem das ifo-Institut in München und das Ratinghaus Scope.