Schon seit 1962 gibt die Düsseldorfer Tabelle Richtwerte für Unterhaltszahlungen vor – zum Beispiel für den Kinds-, aber auch den Ehegatten- oder den so genannten Elternunterhalt. Erarbeitet wurde die Tabelle durch die Familiensenate des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf. Zwar hat die Tabelle keine verbindliche Gesetzeskraft. Jedoch: Gerichte ziehen die Zahlen regelmäßig zur Orientierung heran, ebenso viele Behörden.

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Auch werden Richtwerte der Tabelle regelmäßig aktualisiert und angepasst, und zwar in enger Abstimmung mit der Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstags und mit Richtern aller Oberlandesgerichte. Eine aktualisierte Ausgabe dieses wichtigen Werkzeugs der Familiengerichtsbarkeit für das Jahr 2020 wurde nun veröffentlicht. Demnach bekommen Trennungskinder ab 2020 mehr Unterhalt.

Kindesunterhalt: Anspruch nach der „Düsseldorfer Tabelle“ (Stand 01.01.2020)Kindesunterhalt: Anspruch nach der „Düsseldorfer Tabelle“ (Stand 01.01.2020)@OLG Düsseldorf

Für Minderjährige steigt der Unterhaltsanspruchs um durchschnittlich 22,70 Euro

Die Tabelle weist hierbei monatliche Bedarfssätze getrennt für vier Altersstufen aus: 0 bis 5 Jahre, 6 bis 11 Jahre, 12 bis 17 Jahre sowie ab 18 Jahre. Besonders für minderjährige Kinder gibt es nun mehr, und zwar gemäß dem Prinzip: Je höher das Einkommen unterhaltspflichtiger Eltern und je älter das Kind, desto mehr steigt der Unterhaltsbedarf. Und desto höher ist nun auch die Veränderung in 2020 gegenüber der alten Tabelle (mit Stand 2019):

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  • Die geringste Erhöhung für Minderjährige weist hierbei der Unterhaltsanspruch der Trennungskinder zwischen 0 und 5 Jahren gegenüber Eltern mit niedrigem Einkommen aus. Denn liegt das so genannte Nettoeinkommen des Barunterhaltspflichtigen bei bis 1.900 Euro, steigt der Unterhaltsanspruch der Kinder um 15 Euro von aktuell 354 Euro auf 369 Euro ab 2020.
  • Am höchsten steigt hingegen der Unterhaltsanspruch Minderjähriger, wenn diese zwischen 12 und 17 Jahre alt sind und wenn unterhaltspflichtige Eltern zwischen 5.101 Euro und 5.500 Euro netto verdienen. Dann nämlich steigt der Anspruch um 34 Euro gegenüber der alten Tabelle – von derzeit 844 Euro auf 848 Euro ab 01. Januar 2020.
  • Durchschnittlich steigt für Minderjährige über alle vier Altersstufen und alle zehn Einkommensgruppen der Eltern hinweg der Unterhaltsanspruch um 22,77 Euro.

Volljährige Kinder erhalten nur ein leichtes Plus

Mit volljährigen Kindern freilich meint es die neue Tabelle im Vergleich zur vorigen Version nicht ganz so gut:

  • Denn das höchste Plus gegenüber der alten Tabelle erhalten Kinder ab 18, wenn das unterhaltspflichtige Elternteil zwischen 4.301 Euro und 4.700 Euro netto verdient: Fünf Euro mehr sind jedoch nur drin. Gegenüber der alten Tabelle steigt der Anspruch hier von 759 Euro auf 764 Euro.
  • Für weitere fünf Einkommensgruppen beträgt die Erhöhung des Unterhaltsanspruchs volljähriger Kinder nur drei Euro, für vier Einkommensgruppen nur vier Euro.
  • Bedacht werden muss aber auch: Für erwachsene Kinder weist die Tabelle den höchsten Unterhaltsanspruch aus. Der Unterhaltssatz liegt hier zwischen 530 Euro, wenn getrennt lebende Eltern wenig verdienen, und 848 Euro als höchster Anspruch auf Kindesunterhalt ab 2020. Zugleich haben unterhaltspflichtige Eltern aber auch einen wesentlich höheren Selbstbehalt gegenüber volljährigen Kindern.