Im Heft-Artikel von "Finanztest" heißt es hierzu konkret: "Versicherte brauchen überall eine gute Beratung von der Rentenversicherung. Denn Alternativen gibt es kaum. Versicherer und Banken sind nicht unabhängig und können bestenfalls flankierend Rat geben. Sie kennen sich selten detailliert mit der gesetzlichen Rente aus. Das gilt auch für unabhängige Finanzberater". Die daraus resultierende Forderung: Die Beratung der Rententräger müsse besser werden.

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Hoffnung setzt die "Stiftung Warentest" zudem auf die säulengreifende Renteninformation. Demnach plant die Bundesregierung ein Informationsportal bei der Rentenkasse, das neben der gesetzlichen Rente auch die Ansprüche aus betrieblicher und privater Vorsorge ausweist: somit die drohende Vorsorgelücke. Entsprechende Modelle gibt es bereits in Schweden und den Niederlanden. Doch die Umsetzung hierzulande gestaltet sich als schwierig, zumal die Privatversicherer dann auch ihre Vorsorgeverträge transparenter gestalten müssten (der Versicherungsbote berichtete).

DRV: "Überprüfen, wo man Aktivitäten im Einzelfall verbessern kann"

Die Deutsche Rentenversicherung hat mit einem Statement auf die Studie reagiert. Auf der hauseigenen Webseite verweist die DRV zur Verteidigung auf erfreulichere Test-Ergebnisse aus früheren Zeiten. Im Statement der DRV heißt es:

"Die Stiftung Warentest hat in der Vergangenheit regelmäßig über die Altersvorsorgeberatung der Rentenversicherung berichtet. Hier wurde die Qualität der Auskünfte in der Regel positiv bewertet. Zu einem guten Ergebnis kommt auch eine Untersuchung der Rentenversicherung, bei der im letzten Jahr 28.000 Kundinnen und Kunden zur Qualität aller Beratungen der Rentenversicherung befragt wurden."

Jährlich würden die Beratungsstellen 12.500 Intensivgespräche zur Altersvorsorge durchführen, heißt es weiter in dem Statement. Hier stelle sich die Frage, inwiefern die 80 ausgewerteten Testgespräche tatsächlich repräsentativ seien. Zudem bedeute die Gesamtwertung "3,8" immer noch ein "ausreichend", womit sich die DRV gegen Behauptungen der BILD-Zeitung wehrt. Diese hatte einen Artikel zur Studie überschrieben mit der Schlagzeile "Jede 2. Rentenberatung falsch!", was schlicht nicht zutreffe.

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Dennoch wolle man aus der Studie lernen: "Die Rentenversicherung wird die Ergebnisse der Untersuchung der Stiftung Warentest zur Altersvorsorgeberatung genau analysieren. Die Untersuchung gibt wichtige Anhaltspunkte zu den Gesprächen, die die Rentenversicherung mit ihren Kundinnen und Kunden im Rahmen der Altersvorsorgeberatung führt. Die Rentenversicherung wird jetzt prüfen, inwieweit sie ihre Aktivitäten in diesem Bereich im Einzelfall verbessern kann", schreibt die DRV Bund in einem Pressestatement.