„Die Unwetterserie und der Hagel an Pfingsten haben erneut gezeigt: einige wenige Ereignisse können in kurzer Zeit hohen Schaden anrichten“, sagte Bernhard Gause, Mitglied der Geschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

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Insgesamt sorgten Naturgefahren in den ersten sechs Monaten des Jahres für versicherte Schäden von rund 1,3 Milliarden Euro. 730 Millionen Euro der Halbjahresschäden entfallen dabei auf Wohngebäude. Davon seien rund 660 Millionen Euro und damit 90 Prozent auf das Konto von Sturm und Hagel gegangen. Allein die beiden März-Stürme „Dragi“ und „Eberhard“ schlugen mit gut 300 Millionen Euro zu Buche.

Weitere 550 Millionen Euro wurden durch Schäden an Kraftfahrzeugen verursacht. Während die Schäden an Wohngebäuden damit unter dem langjährigeb Halbjahresdurchschnitt von 800 Millionen Euro lagen, musste die Branche rund zehn Prozent mehr für Naturgefahrenschäden an Autos berappen. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Weniger Schäden durch Starkregen

Für den Starkregen im Juni leisteten die deutschen Wohngebäudeversicherer rund 25 Millionen Euro. Insgesamt fielen die sogenannten erweiterten Naturgefahrenschäden durch Starkregen, Überschwemmungen und die Erdgefahren mit rund 70 Millionen Euro bislang unterdurchschnittlich aus. Der langjährige Halbjahresschnitt liegt bei 140 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2016 schlugen Überschwemmungen noch mit rund 940 Millionen Euro zu Buche. Anno 2017 hätten Schäden durch Starkregen und Hochwasser gut 300 Millionen Euro verursacht.

Vorsorge gegen Unwetterschäden

Wenn Hausbesitzer ihre Immobilie gegen Hochwasser, Starkregen, Erdrutsch und andere Naturgefahren absichern wollen, reicht eine einfache Wohngebäudeversicherung nicht aus. Zusätzlich muss eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen werden, die als eigenständiger Vertrag oder Zusatzbaustein zu einer Wohngebäude-Police erhältlich ist.

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Ein Versicherungsschutz ist grundsätzlich für fast alle Häuser in Deutschland möglich. Denn: 99 Prozent der Gebäude in Deutschland sind problemlos gegen Überschwemmungen und Starkregen versicherbar. Davon geht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) schon länger aus. Doch nur 41 Prozent aller Hausbesitzer in Deutschland haben ihr Hab und Gut gegen Hochwasserschäden und weitere Elementargefahren abgesichert. Doch die Unterschiede sind zwischen den einzelnen Bundesländern erheblich. Während in Baden-Württemberg 94 Prozent der Gebäude gegen Naturgefahren versichert sind, haben in Bremen gerade einmal 19 Prozent einen entsprechenden Schutz. Die hohe Versicherungsdichte in Baden-Württemberg hat historische Gründe. Schließlich bestand bis zum Jahr 1993 eine Versicherungspflicht gegen Elementarschäden.