Christian Wiens: Wir unterscheiden uns von traditionellen Versicherern ja genau darin, dass wir Versicherungen vollständig digital und neu denken. Wenn Sie bei uns Ihre Kontonummer in der App ändern, dann geschieht das in Echtzeit - ohne umständliche Anrufe bei Ihrem Makler oder Wartezeiten bei der Bearbeitung. Wir wollen unseren Kunden eine ganz neue Versicherungserfahrung bieten, die mit langwierigen Schadensmeldungen zu bestimmten Geschäftszeiten und umständlichem Papierkram nichts am Hut hat. Dazu haben unsere Software­-Entwickler alle Prozesse in der gesamten Wertschöpfungskette hinterfragt und eine neue Technologieplattform entwickelt, die das Thema aus Kundensicht massiv vereinfacht. Bis andere Versicherungen ebenfalls so weit sind, werden sicher einige Jahre vergehen - wenn sie es aus eigener Kraft überhaupt hinbekommen

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Welche Auswirkungen wird diese Entwicklung auf den Arbeitsmarkt in der Branche haben? Wie viele Arbeitsplätze sind dadurch bedroht?

Ich glaube nicht, dass durch die Digitalisierung unterm Schnitt Arbeitsplätze verloren gehen. Aber man wird andere Kompetenzen benötigen. Denken Sie an intelligente Systeme, die Ihnen helfen, online oder telefonisch einen Friseur- oder einen Arzttermin zu vereinbaren. Deshalb gibt es trotzdem noch Friseure und Arzthelfer. Aber sie haben mehr Zeit für die Kunden und Patienten vor Ort; während sich zugleich die Kunden freuen, nicht stundenlang in einer Warteschleife zu hängen. Oder denken Sie daran, wie Sie Fahrkarten oder Tickets am Automaten oder über das Smartphone kaufen. Viele Prozesse wurden durch die digitalen Möglichkeiten kundenfreundlicher; und dennoch haben wir nahezu Vollbeschäftigung in Deutschland. Was sich verändern wird, sind die Berufsbilder, die künftig noch mehr gefragt sein werden. Und da werden Software-Entwickler sicher vorne mit dabei sein.

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Die Fragen stellte Björn Bergfeld