Es sind beeindruckende Zahlen, die die Weiterbildungsinitiative „gut beraten“ zum Jahresanfang präsentiert. Sie sollen vor allem eines symbolisieren: die brancheneigene Initiative wächst und wächst. 166.039 Vermittler hatten sich mit einem Weiterbildungskonto zum Jahresende 2018 mit einem Konto angemeldet. Das sind rund ein Viertel mehr Konten als noch im letzten Jahr.

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Insgesamt wurden 34.596 neue Bildungskonten eingerichtet, so meldet „gut beraten“ im aktuellen Quartalsbericht. Das entspricht einem Zuwachs von 26,3 Prozent zwischen Januar und Dezember 2018. Den höchsten Zuwachs verzeichnete das erste Quartal 2018 mit 6,1 Prozent; die anschließenden Quartale bis zum Jahresende wuchsen um durchschnittlich 5,9 Prozent. Die Quartalsberichte lassen sich auf der Webseite der Initiative herunterladen.

Verwundern mag das kaum. Mit dem IDD-Umsetzungsgesetz, das im Februar 2018 in Kraft trat, werden die Vermittler verpflichtet, jährlich mindestens 15 Stunden an Weiterbildung zu absolvieren. Zwar wurden die genauen Details erst mit der neuen Versicherungsvermittlungsverordnung (VersVermV) geregelt, welche zum 20. Dezember wirksam wurde. Dennoch besteht die Pflicht bereits für das Jahr 2018. Ein Verstoß kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

Wichtig ist, dass die Vermittler ihre Weiterbildung auch nachweisen müssen. „Die Nachweise und Unterlagen sind fünf Jahre auf einem dauerhaften Datenträger vorzuhalten und in den Geschäftsräumen aufzubewahren“, heißt es in der VersVermV. „Die Aufbewahrungsfrist beginnt mit dem Ende des Kalenderjahres, in dem die Weiterbildungsmaßnahme durchgeführt wurde.“

Viele bilden sich mehr weiter, als sie müssten: andere zu wenig

Seit Februar 2018 wird mit IDD die Bildungszeit bei „gut beraten“ in Stunden angerechnet. Danach sind bis zum 31. Dezember 2018 in der Weiterbildungsdatenbank insgesamt 14.986.534 Stunden Bildungszeit der teilnehmenden vertrieblich Tätigen erfasst. Ebenfalls eine beachtliche Zahl. Sie zeigt, dass die Vermittler sich mehr weiterbilden, als sie eigentlich müssten: im Schnitt absolvierte jeder 21,4 Stunden an Bildungszeit. Viele dieser Stunden wurden freiwillig abgeleistet. "gut beraten" will die Vermittler dazu animieren, sich mindestens dreißig Stunden im Jahr weiterzubilden.

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Aufhorchen lässt aber eine andere Zahl. So ist der Wille zur Weiterbildung offenbar sehr ungleich verteilt. 68.249 „gut beraten“-Teilnehmer haben bereits ihre 15-Stunden-Nachweise erhalten, das seien 41 Prozent aller Teilnehmer mit einem entsprechenden Konto. Hier sei noch einmal daran erinnert, dass Verstöße gegen die Weiterbildungspflicht als Ordnungswidrigkeit geahndet werden können. Die endgültige Anzahl der IDD-Bescheinigungen für 2018 werde aber erst im Februar 2019 vorliegen, heißt es bei „gut beraten“. Eventuell ist die Zahl der Stunden auch durch die -nach wie vor- anhaltende Unsicherheit bei einigen Vermittlern begründet. Auch ist anzunehmen, dass manche Vermittler an anderer Stelle ihre Bildungspflicht nachweisen.