Die Deutsche Rentenversicherung verschickt jährlich 31 Millionen Renteninfos an Versicherte, die mindestens 27 Jahre alt sind und seit 5 Jahren Beitrag zahlen. Doch viele Deutsche wissen nicht, wie viel Rente sie im Alter bekommen. Auch aus welcher Quelle Geld sprudelt ist vielen Verbrauchern schleierhaft, weil jeder Rententräger die Sparer auf unterschiedliche Weise informiert.

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Das zeigt auch eine Umfrage des Vereins Deutsche Renten Information und der Frankfurter Goethe-Universität vom September 2017. Demnach können 70 Prozent der Bundesbürger nicht sagen, welche Rentenansprüche sie aus den drei Säulen der Altersvorsorge bereits erworben haben. Folglich können nur 30 Prozent der zukünftigen Rentner sagen, mit welcher Gesamtrente sie im Alter rechnen können.

Zu einem anderen Ergebnis kommt nun eine aktuelle Studie der Meinungsforscher von Kantar Emnid im Auftrag von Fidelity International. Demnach würde die Renteninformation der Gesetzlichen Rentenversicherung immerhin zwei von drei Berufstätigen (65 Prozent) helfen, die Höhe der späteren Rente einzuschätzen. Jeder Fünfte (21 Prozent) hält das Schreiben für unverständlich.

Überdies hielten es über die Hälfte der Berufstätigen (55 Prozent) für sehr wichtig oder wichtig, einen Online-Zugang zu einem Rentenportal zu haben. Diese müsste alle drei Säulen Rente abbilden können. Genau so einen digitales Rentenportal könnte bald für jeden Bürger Alltag werden. Vorbild dabei könnten Länder wie Schweden oder die Niederlande sein, wo die Bürger alle Säulen der Altersvorsorge im Blick haben. Über solch ein Portal könnten Verbraucher einen einfachen und einheitlichen Gesamtüberblick zu allen seinen absehbaren Altersvorsorge-Bezügen aus gesetzlicher sowie privater und betrieblicher Rente erhalten. Der Aufbau einer zentralen Übersicht, die Aufschluss über alle drei Säulen gibt, war auch eine der Forderungen von CDU/CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag.

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Selbstverständlich würde auch die Versicherungswirtschaft dieses Vorhaben unterstützen. So würden 90 Prozent der Versicherer ein Portal für Bürger befürworten, das über die Sparstände aller drei Säulen der Altersversorge informiert. Das ergab eine kürzliche Umfrage im Auftrag des Finanzdienstleisters MLP.