Kann man auf den ersten Platz landen - und dennoch ein großer Verlierer sein? Diese Frage beantwortet eine aktuelle Studie aus dem Hause Mediaworx, einer Berliner Digitalagentur: Ja, man kann. Die Agentur hat analysiert, welche Versicherungsbereiche im vierten Quartal 2017 am häufigsten gesucht wurden, und dies mit dem Vorjahreszeitraum verglichen. Zwar konnte sich die Kfz-Versicherung erneut mit bundesweit 165.000 Suchanfragen auf dem ersten Rang platzieren. Aber die Zahl der Suchanfragen ist zugleich massiv eingebrochen, nämlich um 33 Prozent. Im Vorjahresquartal 2016 wurde der Begriff noch 246.000mal abgefragt!

Anzeige

Die Medienagentur hat anhand von 180 Versicherungen -genauer: Versicherungsarten- untersucht, wie sich das Suchverhalten bei Google gegenüber dem Vorjahresquartal verändert hat (hier geht es zur Studie). Dabei wurden nicht nur die absoluten Zugriffszahlen ausgewertet, sondern auch die relative Veränderung. Die absoluten Werte dürften aber nicht mit Benutzern gleichgesetzt werden, berichten die Studienmacher, da ein Nutzer auch mehrfach Suchbegriffe nutzen kann. Auch wurden die Zahlen stark gerundet, woraus sich ergibt, dass mitunter manche Versicherungen exakt dieselben Werte haben.

Die am häufigsten gesuchten Versicherungsarten bei Google im 4. Quartal 2017 (Rundungswerte):

  • Kfz-Versicherung (165.000 Anfragen)
  • Rentenversicherung (90.500 Anfragen)
  • Rechtsschutzversicherung (90.500 Anfragen)
  • Reiserücktrittsversicherung (74.000 Anfragen)
  • Haftpflichtversicherung (60.500 Anfragen)
  • Zahnzusatzversicherung (60.500 Anfragen)
  • Handyversicherung (49.500 Anfragen)
  • Hausratversicherung (49.500 Anfragen)
  • Berufsunfähigkeitsversicherung (49.500 Anfragen)
  • Private Krankenversicherung (40.500 Anfragen)

Wechselbereitschaft in der Kfz-Versicherung nimmt ab

Dass sich die Kfz-Versicherung im untersuchten Zeitraum 2017 (Anfang Oktober bis Ende Dezember) auf dem ersten Rang platziert, ist zunächst wenig verwunderlich. Es ist die Wechselsaison in der Kfz-Versicherung: Wer sich einen neuen Versicherer suchen will, ohne dass dieser die Prämien anhebt, muss in der Regel bis Ende November kündigen. Keine andere Versicherung wird von Verbrauchern so oft im Netz abgeschlossen. Laut Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) werden knapp ein Fünftel (18,5 Prozent) aller Kfz-Neuverträge online über eine Direktversicherung oder ein Vergleichsportal gezeichnet.

Anzeige

Die Untersuchung bestätigt aber auch, was zuvor schon bei einer YouGov-Verbraucherbefragung festgestellt wurde: die Autofahrer zeigten sich in der Saison 2017 weniger wechselfreudig als im Vorjahr. Zwar dachte laut YouGov immer noch mehr als jeder fünfte private Autofahrer (20,8 Prozent) gelegentlich über den Wechsel seines Versicherers nach - doch im Vorjahr war die Bereitschaft höher (der Versicherungsbote berichtete). Warum das so ist, dafür können beide Studien keine konkreten Antworten liefern.