2017 haben deutsche Versicherer knapp zwei Milliarden Euro für durch Unwetter versicherte Sachschäden an Häusern, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetrieben gezahlt. In vielen Fällen, wie etwa bei den Überschwemmungen nach dem Sturm „Herwart“, griff die Elementarschadenversicherung. Diese ist prinzipiell nicht nur für private Haushalte sondern auch für Gewerbetreibende ratsam.

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Sind Elementarschäden Bestandteil des Versicherungsschutzes, sind in der Regel auch Schäden durch Überschwemmungen oder Rückstau abgesichert. Wann eine Überschwemmung im Sinne der allgemeinen Versicherungsbedingungen vorliegt, musste das OLG Frankfurt klären.

Gebäudeversicherung mit Absicherung von Elementarschäden war vorhanden

Im betroffenen Fall hatte die Betreiberin eines Wasserkraftwerkes 2001 eine gewerbliche Gebäudeversicherung abgeschlossen. Kurz darauf hatte die Frau aus Thüringen die Police mit der Absicherung von Elementarschäden erweitert.

Ein Bestandteil des Wasserkraftwerkes ist ein Granitwehr, dass im Flussbett steht und einen Teil der Wassermassen zur Kraftwerksanlage leitet. Dieser Umstand sollte der Frau zum Verhängnis werden. Denn im Sommer 2013 kam es zu einem Hochwasser. Der Fluss stieg damals auf das 40-fache seiner Normalmenge an. Das Granitwehr wurde dabei durch die erhöhte Fließgeschwindigkeit und den angestiegenen Druck erheblich beschädigt.

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Daraufhin forderte die Frau ihren Versicherer zur Regulierung der Schäden auf. Da sich die Versicherungsgesellschaft weigerte, den Schaden zu begleichen, landete der Fall vor Gericht. So musste das Landgerichts Frankfurt am Main in erster Instanz prüfen, ob es sich bei dem Schaden tatsächlich um einen bedingungsgemäßen Überschwemmungsschaden handele.