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Sicherer Wohnen

Initiative K-EINBRUCH: Polizei setzt auf Eigenverantwortung

Die Fallzahlen bei Einbrüchen sind seit Jahren hoch (Symbolbild).audioundwerbung@iStockphoto.com

Viele Einbrüche ließen sich verhindern, wenn die Bürger mehr auf Eigenverantwortung setzen würden. Fast jeder zweite Einbrecher bricht seinen Versuch ab, wenn er sich nicht schnell genug Zugang zu einer Wohnung verschaffen kann. Ein Gastbeitrag von Harald Schmidt, Geschäftsführer der Zentralen Geschäftsstelle des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

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Harald Schmidt, Geschäftsführer der Zentralen Geschäftsstelle der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Für 2016 verzeichnet die Polizeiliche Kriminalstatistik erstmals wieder einen Rückgang beim Wohnungseinbruch. Insgesamt wurden 151.265 Fälle einschließlich der Einbruchsversuche erfasst, 2015 waren es 167.136. Dennoch bewegen sich die Zahlen immer noch auf einem hohen Niveau.

Die Einbrecher verursachten dabei einen Schaden (nur Diebesgut/Beute) von rund 392 Millionen Euro (2015: 441 Millionen Euro). Viele Einbrüche können jedoch durch richtiges Verhalten und die richtige Sicherungstechnik verhindert werden. Das belegt der hohe Versuchsanteil: 44,3 Prozent der Einbruchsdelikte blieben im Versuchsstadium stecken. Mit ihrer bundesweiten Einbruchschutzkampagne K-EINBRUCH setzt die Polizei daher auch auf die Eigenverantwortlichkeit der Bürgerinnen und Bürger als wichtigen Baustein im Kampf gegen den Wohnungseinbruch. Empfehlungen und produktneutrale Informationen zum Einbruchschutz sowie zu staatlichen Fördermöglichkeiten bietet hierzu die Kampagnenwebseite www.k-einbruch.de.

Ein weiterer Bestandteil der Kampagne ist der alljährliche „Tag des Einbruchschutzes“. Rund um diesen Tag, der in diesem Jahr am 29. Oktober stattfindet, gibt es deutschlandweit zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen der Polizei und ihrer Kooperationspartner.

Einbruchschutz wirkt

„Bei mir wird schon nicht eingebrochen, da ist ja nichts zu holen“ ist ein oft genannter Grund, den Einbruchschutz zu vernachlässigen. Was viele Menschen jedoch nicht bedenken: Ein Einbruch kann das Sicherheitsgefühl und Wohlbefinden der Betroffenen nachhaltig beeinträchtigen - nicht nur der materielle Schaden, sondern häufig auch dauerhafte psychische Belastungen sind die Folgen für die Opfer. Denn die Täter dringen in die Privatsphäre ein, wühlen in den persönlichsten Sachen und stehlen auch Gegenstände, an denen Lebenserinnerungen hängen. Häufig steigen Einbrecher tagsüber ein, wenn die Bewohner bei der Arbeit oder kurz beim Einkaufen sind, oder am frühen Abend und an den Wochenenden. Einbrüche in Einfamilienhäuser erfolgen meist über die Fenstertüren und Fenster und weniger häufig über Haustüren und Keller.

Bei Mehrfamilienhäusern hingegen wählen Einbrecher ihren Weg zumeist über die Wohnungseingangstüren; doch auch hier verschaffen sie sich über leicht erreichbare Fenster und Fenstertüren Zutritt. Oft machen gekippte Fenster, nicht abgeschlossene Wohnungstüren, „Einstiegshilfen“ wie Mülltonnen oder Leitern es den Dieben leicht, einzudringen.

Tageswohnungseinbrüche ereignen sich mehrheitlich in Großstädten. Außerdem nehmen sich Einbrecherbanden oft gezielt ganze Wohnviertel vor und räumen dabei schnell Häuser und Wohnungen aus.

Trotz leicht sinkender Fallzahlen bei Einbrüchen gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Auch 2016 wurden 151.265 Fälle erfasst.

Schon einfache Maßnahmen wirken

Doch schon durch einfache Maßnahmen kann jeder etwas zu seiner Sicherheit beitragen, so die Kernbotschaft der Polizei. Die wichtigsten Sicherheitstipps lauten daher:

  • Schließen Sie Ihre Tür immer ab.
  • Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren.
  • Denken Sie daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster.
  • Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals draußen.
  • Wenn Sie Ihren Schlüssel verlieren, wechseln Sie den Schließzylinder aus.
  • Achten Sie auf Fremde im Haus oder auf dem Nachbargrundstück.
  • Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch eine aufmerksame Nachbarschaft. Denn die polizeiliche Erfahrung zeigt, dass das engagierte Verhalten von Zeugen eine entscheidende Rolle spielt, das Einbruchsrisiko zu reduzieren.

Auch einfache bauliche und technische Maßnahmen können das Einbruchsrisiko reduzieren. Hier stehen mechanische Sicherungen, die sinnvoll aufeinander abgestimmt sind, an erster Stelle. Sie können dem Täter einen bestimmten Widerstand entgegensetzen und einen Einbruch unter Umständen verhindern.

Bei Neu- und Umbauten erhält man durch den Einbau geprüfter und zertifizierter einbruchhemmender Türen und Fenster nach DIN EN 1627ff. ab der Widerstandsklasse (RC) 2 einen guten Einbruchschutz. Hier ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion (Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag) keinen Schwachpunkt gibt.

Zusätzlich eingebaute Einbruchmeldeanlagen (EMA) bieten darüber hinaus Schutz. Durch ihre Meldewirkung wird das Risiko für den Einbrecher, entdeckt zu werden, wesentlich erhöht. Zudem verhindert die Alarmanlage die Gefahr, einem Einbrecher in die Arme zu laufen, wenn Sie nach Hause kommen.

Kampagnenmotiv von K-EINBRUCH

Wer gerade umbaut oder renoviert, sollte neben der richtigen Wärmedämmung oder dem altersgerechten Umbau von Anfang an auch aufeinander abgestimmte technische Sicherungsmaßnahmen mit einplanen, also einen Einbruchschutz aus einem Guss. Denn in der Regel ist es günstiger, die geeignete Sicherungstechnik sofort einzubauen, als später unter Umständen aufwändig nachzurüsten.

Speziell für Bauherren und Käufer hat die Polizei ein so genanntes Sicherheitspaket entwickelt. Die mehrseitige Klappkarte im A4-Format enthält polizeiliche Empfehlungen für einen wirksamen mechanischen Grundschutz (Basis-Paket) vor Einbrechern, der mit weiterer Sicherungstechnik (Plus-Optionen) wie zum Beispiel einer Einbruchmeldeanlage zu einem maßgeschneiderten Gesamtpaket ergänzt werden kann.

Für Personen mit einem gesteigerten Sicherheitsbedürfnis empfiehlt die Polizei einen verstärkten mechanischen Einbruchschutz (Premium-Paket). Beide Pakete lassen sich mit weiterer Sicherungstechnik aus den Plus-Optionen wie zum Beispiel einer Anwesenheitssimulation ergänzen. Das Sicherheitspaket ist nicht nur ein Informationsmedium, sondern dient Bauherren und Käufern als Planungsgrundlage und unterstützt auch beim Sanieren oder Nachrüsten. Darüber hinaus können Bauunternehmen bzw. Handwerksbetriebe in die Klappkarte ein konkretes Preisangebot für das jeweilige Paket eintragen. Die Karte ermöglicht es, die Empfehlungen der Polizei auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Staatliche Fördermöglichkeiten nutzen

Zudem gibt es jetzt auch bundesweit Möglichkeiten der staatlichen Förderung für den Einbau einbruchhemmender Produkte: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert sowohl Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz als auch bauliche Maßnahmen zum Einbruchschutz im Rahmen bestehender KfW-Produkte zur Barrierereduzierung oder zur energetischen Sanierung in bestehenden Wohngebäuden. Seit dem 15.09.2017 hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Zuschuss für Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz in ihrem Produkt „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss“ (455) geändert. Der Zuschusssatz beträgt nun 20 Prozent der förderfähigen Investitionskosten pro Antrag. Übersteigen die förderfähigen Investitionskosten 1.000 Euro, werden die ersten 1.000 Euro mit 20 Prozent und die restlichen Kosten mit 10 Prozent gefördert. Weitere Informationen: www.kfw.de/455

Alle Informationen zu Möglichkeiten der staatlichen Förderung von Einbruchschutz finden Sie auch unter: www.k-einbruch.de/foerderung.

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Zusätzliche Information: Eine Übersicht über alle Broschüren und Faltblätter der Polizeilichen Kriminalprävention zum Thema Einbruch finden Sie unter http://www.k-einbruch.de/medienangebot. Die Medien können kostenlos bestellt und an Ihre Kunden verteilt werden. So können Sie einen wichtigen Beitrag zum „Bewusstseinswandel“ innerhalb der Bevölkerung in Deutschland beitragen und Ihren Kunden ein zusätzliches Informationsangebot über Versicherungsdienstleistungen hinaus bieten. Es gilt, eine Sensibilität für das Thema Sicherung des Eigenheims zu schaffen, aus der die Bereitschaft zur Investition in geprüfte und zertifizierte einbruchhemmende Sicherheitstechnik resultiert.

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