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Pflege und Co.

Wenn Eltern Hilfe brauchen

Margit Winkler leitet als Geschäftsführerin das Institut Generationenberatung (IGB) und bietet einen entsprechenden IHK-Zertifikatskurs als Generationenberater an.Pressefoto Institut Generationenberatung

Vieles geht nicht mehr. Das Haus, mit Liebe und Geld erbaut, wird zu groß. Jeder Tag ist mit der Trauer um etwas verbunden das nicht mehr geht: letztes Auto, letzte Flugreise, Schwierigkeiten beim Putzen, usw. Die Rolle der Kinder verändert sich, die das beobachten und sich sorgen. „Doch, wie sag ich so etwas zu meinen Eltern?“, Margit Winkler, Leiterin Deutsches Privat Institut GenerationenBeratung (IGB), kennt die Schwierigkeiten und gibt in ihrem Gastbeitrag Tipps für die erwachsenen Kinder.

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  1. Was ist meinen Eltern wichtig? 

Über die Eltern nachzudenken heißt über die ganze Familie nachdenken. Als Kinder sind wir Teil davon und sollten wohlwollend überlegen, was den Eltern besonders wichtig ist? Auf was sind sie stolz? Was macht sie zufrieden? Eigenheim, Auto und Mobiliar? Gesundheit und körperliche Fitness? Versetzen Sie sich in die eigenen Eltern und fragen sich, welche Werte haben sie Angst im Alter zu verlieren? Muss das sein? Kann man vorbeugen?

  2. Keine Ängste schüren: Die Eltern wissen selbst, dass die eigenen Kräfte weniger werden und irgendwann zur Neige gehen. Das ist traurig und wenig hilfreich für einen Gesprächseinstieg. Große emotionale Themen wie Pflegebedürftigkeit und Tod sollten Sie nicht an den Gesprächsanfang stellen. Das verängstigt. Besser sind tröstende und Sicherheit gebende Erfahrungen. Lösen Sie besser zunächst ein konkretes Problem: Es kann z.B. jemand im Haushalt helfen, ohne dass man gleich ins Heim kommt.

  3. Keine Schnellangriffe: 
Vielleicht haben Sie sich schon lange nicht mehr blicken lassen? Dann sollten Sie keinesfalls jetzt kommen und sofort zum Ausdruck bringen, dass die Eltern Hilfe brauchen. Meist fühlt man sich überfallen und antwortet mit Gegenangriff oder Flucht. Überlegen Sie eher in welchen Gesprächssituationen traditionell schwierige Themen besprochen werden: am Essenstisch, in kleiner Runde beim Abtrocknen oder beim Sparziergang? 

  4. Situationen beschreiben und nachfragen:
 Besser ist es, den Eltern zu beschreiben, was Sorgen macht. So in der Art: „Mama, ich habe den Eindruck, dass es dir schwerfällt, im Garten zu arbeiten.“ Danach erst zuhören, wie die Eltern selbst darüber denken und keinesfalls mit einer Lösung kommen. Oft haben wir Antworten schon im Kopf. Doch viel besser ist es zu fragen. So in der Art: „Woran liegt es?“

  5. Gemeinsam eine Lösung finden:
 Auch wenn Sie bereits die mögliche Lösung schon im Kopf haben, fragen Sie besser nach, welche Gedanken sich die Eltern dazu gemacht haben. Dann erkennen Sie auch die Ängste oder ganz andere Hindernisse: Seien Sie offen und denken Sie daran, dass auch Demenzkranke Momente haben, in denen sie die eigene Situation einschätzen können. 

  6. Gehen Sie schrittweise vor: 
Ältere Menschen wissen, dass kaum in einer Lebensphase Änderungen so schnell kommen können als im Alter. Und gleichzeitig sind diese Veränderungen schwerer zu verkraften. Fangen Sie deshalb mit kleinen Verbesserungen an und bleiben Sie im Kontakt. Danach kommt der nächste Schritt, wenn er erforderlich ist.

  7. Mit Geschwistern und anderen wichtigen Personen sprechen
: Die Sorgen der Eltern gehen die ganze Familie an und die Geschwister sind gleichermaßen betroffen. Da ist Reden angesagt. Sonst kann es passieren, dass es schnell zu Zwist unter ihnen kommt. Das ist das schlechteste was passieren kann, zumal das die alten Eltern mitbekommen. Reden Sie also darüber und überlegen Sie, wie Sie sinnvollerweise vorgehen. Eine Aussage in der Art: „Wir sind alle der Meinung; dass … .“ treibt nur den anderen in die Enge und hilft nicht.

  8. Holen Sie sich Unterstützung
: Die Kinder meinen es gut. Doch für die Eltern ist es befremdlich, dass die Kinder sich um wesentliche Dinge der Eltern kümmern. Da kommt es auch ml schnell zu einem klaren „Nein!“. Denken Sie daran, dass selten der Prophet im eigenen Land das Sagen hat. Überlegen Sie, wer besser Einfluss auf die Eltern auf „Augenhöhe“ hat. Vielleicht die beste Freundin der Eltern oder der Bruder des Vaters? Fremde erreichen bei solchen Entscheidungen meist mehr.



Eltern wollen generell, dass sie niemandem zur Last fallen und schon gar nicht den eigenen Kindern. Doch den Alltag so zu regeln, dass dieser funktioniert, fällt schwer. Damit kann keiner früh genug anfangen. Damit die Kinder in schwierigen Situationen überhaupt handeln können, ist eine Vorsorgevollmacht notwendig. Wenn diese individualisiert ist und mit einer Patientenverfügung ergänzt, so weiß das „Kind“ genau, was Mama jetzt gewollt hätte. Da das Errichten solcher Vorsorgedokumente schwierig ist, unterstützen ausgebildete GenerationenBerater (IHK) mit Tipps bei den Themen der Älteren. Oftmals werden sie von den Kindern gebeten, mit deren Eltern das Gespräch zu suchen, unterstützen damit auch die Kinder, bevor Mama Hilfe braucht.

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