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Gastbeitrag

Brexit - Was deutsche Rückkehrer bei Sozialleistungen wissen müssen

stux/Pixabay

Deutsche Expats und Auswanderer in Großbritannien, die in ihre Heimat zurückkehren wollen, werden mit sehr vielen bürokratischen Hürden konfrontiert. Grund dafür sind die unterschiedlichen Behördensysteme, die eine Übernahme von Leistungen erschweren. Dies beginnt bei schwer zu beschaffenden Nachweisen über das britische Kindergeld geht weiter über Beitragszeiten für die Krankenversicherung und endet etwa bei der Beantragung des Arbeitslosengeldes.

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Ein Gastbeitrag von Anne-Katrin Schulz

Noch ist das Vereinigte Königreich Teil der EU, die es eigentlich zum Kernprinzip gemacht hat, das Leben und Arbeiten innerhalb der Gemeinschaft unkompliziert zu ermöglichen. Doch bei Großbritannien-Auswanderern scheint derzeit das Gegenteil der Fall zu sein.

Anne-Katrin Schulz ist Pressesprecherin derBDAE GRUPPE

Weil das internationale Steuerrecht sehr komplex ist, kann es schon mal vorkommen, dass vom Antrag auf Kindergeld in Deutschland, bei dem ein Nachweis der Zahlung durch britische Behörden erforderlich ist, ein halbes Jahr vergeht. Voraussetzung für den Erhalt von Kindergeld ist zudem, dass der bezugsberechtigte Elternteil auch in Deutschland sozialversicherungspflichtig ist. Dies ist man in der Regel, wenn man hier gemeldet ist.

Unterschiedliche Finanzierungsmodelle für die gesetzliche Krankenversicherung

Auch die gesetzlichen Krankenversicherungen machen es den Rückkehrern extrem schwer. Weil das Gesundheitssystem in Großbritannien anders als in Deutschland steuerfinanziert wird, kann man auch keine abgeführten Sozialversicherungsbeiträge nachweisen. Genau das verlangen die Kassen jedoch von den Heimkehrern. Diese verfügen aber weder über eine Versicherungskarte noch andere Nachweise, dass sie gesetzlich versichert waren. Zwar zeigen sich manche Kassen kulant und akzeptieren beispielsweise einen Brief des britischen Hausarztes, andere wollen aber ein bestimmtes EU-Formular als Bestätigung. Dieses wiederum wird von vielen Behörden in Großbritannien nicht ausgefüllt.

„Wenn jemand zurückkehrt und zum Beispiel 27 Jahre im Ausland gearbeitet hat, dann will er umgehend in Deutschland krankenversichert werden. Doch dann verlangen die Krankenkassen einen Nachweis, dass er vor seinem beruflichen Auslandsaufenthalt in der deutschen gesetzlichen Krankenkasse versichert war. Wer kann schon nach so langer Zeit Unterlagen beschaffen, die rund 27 Jahre zurückliegen?“, kommentiert Omer Dotou, Auslandsexperte und Rentenberater bei der BDAE Gruppe.

Wer diesen Nachweis nicht erbringen kann, den lehnen die Krankenkassen jedoch schlichtweg ab. Was bleibt ist dann nur der teurer Basistarif der privaten Anbieter. „Und der eine oder andere Rückkehrer entscheidet tatsächlich, dass die Rechnung für ihn nicht aufgeht – dass die Krankenversicherungskosten vom zukünftigen Gehalt einfach nicht gedeckt werden können und geht das Risiko der Nichtversicherung ein“, weiß Dotou zu berichten.

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Tatsächlich sind seiner Erfahrung nach viele rückkehrwillige Deutsche wieder zurück nach Großbritannien gegangen, weil sie keine andere Alternative gefunden haben und der Basis-Gesundheitsschutz im britischen National Healthcare System (NHS) kostenfrei ist.

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