Am Dienstag lud die Fonds Finanz, Deutschlands Marktführer unter den Maklerpools, zur 8. Hauptstadtmesse nach Berlin. Und verkündete ehrgeizige Ziele: Während die Umsätze im vergangenen Jahr auf 126 Millionen Euro gewachsen seien, was ein Plus von zehn Prozent bedeutete, peilt man in diesem Jahr 130 Millionen Euro an Umsatz an. Das berichtete Geschäftsführer Tim Bröning in seinem Vortrag. Der Vorsteuergewinn bezifferte sich 2016 auf rund 3,5 Millionen Euro.

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Bei der Podiumsdiskussion: Martin Gräfer von der Bayerischen, Walter Riester, Versicherungsmakler Joachim Haidvbote

Bei den rund 70 Vorträgen dominierten zwei Themen: Das IDD-Umsetzungsgesetz und die Digitalisierung. Jurist Hans-Peter Schwintowski von der Humboldt Universität zu Berlin erläuterte noch einmal, wie es Maklern und deren Verbänden gelungen ist, durch Proteste ein gesetzliches Honorarannahmeverbot für Vermittler in letzter Minute abzuwenden. Und erläuterte, warum dies aus seiner Sicht wichtig gewesen sei: „Der Kern der Honorarberatung wird heute von den Versicherungsmaklern getragen“, so Schwintowski. Die kaum mehr als dreihundert Honorarberater könnten demnach nicht alleine dafür sorgen, dass sich die - von Verbraucherschützern favorisierte - Honorarberatung in Deutschland durchsetzen könne. Hingegen würden von den rund 45.000 registrierten Versicherungsmaklern schon 15 Prozent gegen Honorar beraten, sagte er mit Blick auf eigene Forschungen.

Walter Riester, Vater der Riester-Rente, war auch zugegen, um bei einer Podiumsdiskussion erneut sein vielgescholtenes Kind zu verteidigen. Riester argumentierte, dass die Debatte über „private Altersvorsorge“ derzeit stark von Emotionen getrieben sei und das Thema eigentlich nichts im Bundestagswahlkampf zu suchen habe. Stattdessen sollte dauerhaft und tiefgründig analysiert werden, wie Altersvorsorge-Lösungen bei aller Kritik verbessert werden können. Auf die steigende Komplexität der diskutierten Renten-Modelle verwies sein Diskussionspartner Martin Gräfer, Vorstand der Versicherungsgruppe „die Bayerische“. Angesichts solcher Begriffe wie „Zielrente“ oder „Deutschlandrente“ empfahl er den anwesenden Versicherungsmaklern halb scherzhaft, für ihre Kunden jeweils individuell ein eigenes Rentensystem zu basteln.

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Weitere prominente Redner waren unter anderem "Mister Dax" Dirk Müller, der Technik-Journalist und Blogger Sascha Lobo sowie der "Investmentpunk“ Gerald Hörhan. Die Fonds Finanz zeigte sich als Veranstalter mit dem Messetag mehr als zufrieden. „Nicht nur die Besucherzahl, sondern vor allem die vielen überaus positiven Rückmeldungen von Seiten der Besucher, der Gesellschaften und der Referenten belegen den Erfolg unserer Hauptstadtmesse. Damit ist auch klar: Trotz fortschreitender Digitalisierung ist der direkte Kontakt – beruflich und persönlich – nach wie vor von zentraler Bedeutung", sagte Norbert Porazik, geschäftsführender Gesellschafter der Fonds Finanz.