Wer auf ein anderes Auto auffährt, ist in der Regel Schuld am Unfall. Und genau solche Momente machen sich Autobumser zu nutze, um an Geld zu kommen. Vor einer Ampel bremsen sie plötzlich und unerwartet ab, so dass der Hintermann nur noch auffahren kann. Und provozieren so einen Crash, damit die Kfz-Haftpflicht zahlen muss.

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Geschätzt zwei Milliarden Euro Schaden

Vor solchen Fällen warnt aktuell der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gegenüber MDR aktuell. Jeder zehnte Unfall gehe mittlerweile auf das Konto sogenannter Autobumser, schätzt Kathrin Jarosch, Sprecherin des GDV. Rund zwei Milliarden Euro Schaden würden so der Versicherungswirtschaft entstehen. Doch statt das Auto zu reparieren, fließe das Geld oft in andere Kanäle.

Und die Methoden werden immer raffinierter – so raffiniert, dass sie für die Opfer oft schwer nachzuweisen sind. Ein Beispiel: Der Betrüger hätte eigentlich Vorfahrt, winkt das Opfer aber in die Parklücke hinein. Dann gibt er Gas und behauptet, ihm sei die Vorfahrt genommen wurden. Gleiches könne auch bei Spurwechseln oder Rechts-vor-Links-Situationen passieren.

Täter agieren oft in Banden

Zwar seien genaue Fallzahlen nicht zu bekommen, berichtet die Polizei gegenüber MDR aktuell: auch deshalb weil viele Fälle nicht angezeigt werden und die Täter Druck auf das Opfer ausüben. Dennoch empfiehlt GDV-Sprecherin Jarosch, bei Verdachtsfällen die Polizei zu rufen, um eventuelle Auffälligkeiten anzuzeigen. Helfen könne es, den Unfall von allen Seiten zu fotografieren und sich Kennzeichen, Name und Adresse geben zu lassen.

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Auch sei es wichtig, sich nach dem Unfall nicht einschüchtern zu lassen und kein Schuldeingeständnis zu unterschreiben. Denn oft würden wie aus dem Nichts Zeugen auftauchen, die den Tathergang im Sinne des Täters stützen – oft operieren Autobumser als Banden. Dash-Cams, die man am Auto befestigt und den Unfallhergang filmen, können zur Aufklärung beitragen, sind aber umstritten (der Versicherungsbote berichtete).