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GKV

Krankenkasse - Immer mehr Beitragsschuldner in Sachsen und Thüringen

Immer mehr GKV-Versicherte in Sachsen und Thüringen haben Schulden bei ihrer Krankenkasse (Symbolbild).StevePB@Pixabay.com

Die Schulden, welche Bürger aus Sachsen und Thüringen bei den Krankenkassen anhäufen, werden immer größer. Allein bei der größten Kasse AOK Plus sind 80.000 Menschen mit Beitragsrückständen registriert. Das geht aus einer Antwort des sächsischen Sozialministeriums auf eine kleine Anfrage der Linken hervor.

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In Sachsen und Thüringen wächst die Zahl der Beitragsschuldner bei den gesetzlichen Krankenkassen. Allein bei der AOK Plus sind rund 80.000 Versicherte mit Beitragsrückständen registriert, davon 54.500 in Sachsen und rund 26.500 in Thüringen. Vor einem Jahr waren es noch rund 10.000 Personen weniger. Zur AOK Plus gehören in beiden Bundesländern mehr als die Hälfte aller Krankenversicherten. Das geht aus der Antwort des sächsischen Sozialministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken im Landtag hervor.

Wie die „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) berichtet, beläuft sich die Gesamtschulden-Summe der AOK-Versicherten mittlerweile auf 174 Millionen Euro. Auch bei der DAK haben inzwischen rund 7.000 Versicherte 35.000 Millionen Euro Beitragsschulden angesammelt. Als Folge der Verschuldung muss immer öfter der Gerichtsvollzieher anrücken, berichtet das Leipziger Blatt weiter. Allein bei der Barmer sei in dreitausend Fällen eine Vollstreckungsmaßnahme erfolgt.

Selbstständige mit kleinem Einkommen oft überfordert

Die Ursachen seien vielfältig, sagte Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, der „LVZ“. „Beitragsausfälle aufgrund von Verbraucherinsolvenzen, finanzielle Instabilität bei freiwillig versicherten Selbstständigen, Zahlungsunfähigkeit bei weitgehender Einkommens- und Vermögenslosigkeit“ kämen demnach als Ursache für die Beitragsschulden in Frage. Speziell Selbstständige mit kleinen Einkommen seien oft überfordert. Wird bei freiwillig Versicherten zu spät oder gar keine Eignungsprüfung vorgenommen, seien die Kassen verpflichtet, den Höchstbetrag von 750 Euro im Monat zu fordern.

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Der Hintergrund: Im Jahr 2007 wurde eine bundesweite Pflicht zur Krankenversicherung eingeführt. Jeder Bürger muss sich seitdem privat oder gesetzlich krankenversichern lassen. Die Beitragsschulden der rund 70 Millionen gesetzlich Versicherten stiegen auch insgesamt in den letzten Jahren stark an. Bundesweit summieren sich die Kassen-Schulden schon auf sechs Milliarden Euro, wie aus Zahlen des Spitzenverbandes der Krankenkassen hervorgeht. Im Juli 2016 lagen die Rückstände bei 4,48 Milliarden Euro, 2011 lagen die Beitragsschulden noch bei gut einer Milliarde Euro.

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