Erreichte ein Entgeltpunkt in den neuen Bundesländern im vergangenen Jahr noch 94,1 Prozent des Westwertes, so steigert sich diese Quote ab dem ersten Juli, wenn die Renten steigen, auf jetzt 95,7 Prozent. Gemessen an den Tariferhöhungen und entsprechend gestiegenen Löhnen, die der Maßstab für das Renten-Plus sind, hätte dieses im Westen eigentlich 2,06 und im Osten 3,74 Prozent betragen müssen.

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Die Rente ist sicher Allerdings gibt es in der Rentenformel noch den Nachhaltigkeitsfaktor (NHF), der das sich jährlich verändernde Verhältnis von Rentnern und Beitragszahlern ausgleicht. Und der dämpft das Rentenplus um 0,14 Prozentpunkte; letztes Jahr bewirkte er der besonders guten Konjunktur wegen ein zusätzliches Renten-Plus! Dieses Jahr dampft der NHF die Rentenerhöhung auf effektiv 1,9 Prozent im Westen und 3,59 Prozent im Osten ein.

Die gute Nachricht für alle Aktiven, die heute noch ins Büro oder an die Werkbank gehen. Mit der Rente steigen auch ihre Anwartschaften im Alter. Unten (siehe Grafik) kann jeder Beitragszahler seine Rente hochrechnen(*); die Ergebnisse weichen nur rund zwei Prozent von der Rentenformel ab.


Bierdeckel-Rechnung:

(*) Dokumentation:

West: 3000 / 100 x 40 = 1.200 € (1.232 laut Rentenformel +2% Abweichung)

Ost: 3000 / 100 x 40 = (1.200 € +10%) = 1.320 (1.290 laut Rentenformel -2% Abweichung)

West (Rentenformel): 3.000 / 3.022 x 40 Jahre x aktueller Rentenwert 31,03 = 1.232 Euro

Ost: (Rentenformel): 3.000 / 2.762 x 40 Jahre x aktueller Rentenwert 29,69 = 1.290 Euro

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Was mancher nicht weiß: Der Staat hat im Jahr 2009 nicht nur die Zahlbeträge der Rentner, sondern auch einmal von Versicherten erworbene Entgelt-Punkte sowie deren Wert in Euro garantiert. Beides darf nicht sinken. Das bedeutet auch für künftige Rentner, dass ein Entgeltpunkt im Osten jetzt erhöht 29,69 Euro und im Westen 31,03 Euro wert ist – und bleibt und mit jeder Rentenerhöhung parallel steigt. Es wird nichts gekürzt. Dennoch wird das Rentenniveau bis 2030 von heute rund 48 Prozent auf 43 Prozent sinken. Dies erfolgt, indem Renten-Erhöhungen künftig „flacher“ verlaufen.