Wie viel verdienen Versicherungsvermittler? Dies wollte die Swiss Life Deutschland wissen und gab eine entsprechende Befragung bei der Beratungsfirma 67Rockwell in Auftrag. Das Ergebnis: noch immer müssen viele Vertriebler auf dem Markt um das bloße Überleben kämpfen. Rund die Hälfte der Vermittler konnte im Jahr 2015 nur einen Gewinn von weniger als 50.000 Euro erzielen (steuerlicher Gewinn aus Gewerbebetrieb). Aber ein Drittel gab ebenfalls zu Protokoll, mit diesem Umsatz bereits profitabel arbeiten zu können. Auf die Studie macht aktuell das Fachportal fondsprofessionell.de aufmerksam.

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Viele Klein- und Kleinstbetriebe

Ein weiteres Viertel der Vermittler erzielt Erlöse zwischen 50.000 und 100.000 Euro, weitere circa 25 Prozent entsprechend mehr. Das Ergebnis zeige, „dass es unter den Vermittlern immer noch viele Klein- und Kleinstbetriebe gibt“, kommentiert Matthias Wald, Vertriebsleiter der Swiss Life Deutschland. Für die Studie wurden im August rund 240 Vermittler online befragt, sowohl Vertreter als auch Makler. Die Studie ist nicht repräsentativ.

Als ein Grund für die wirtschaftliche Lage der Vermittler wird der hohe Verwaltungsaufwand gesehen. Die regulatorischen Anforderungen verschlingen viel Zeit, so dass jeder fünfte Vermittler zu Protokoll gab, er verwende 40 Prozent seiner Zeit mit Backoffice-Aufgaben, etwa der Erfüllung von Dokumentations-Pflichten. Dem entgegen können nur sechs Prozent der Vermittler 70 Prozent ihrer Arbeitszeit in die eigentliche Aufgabe investieren: das Kundengespräch und die Beratung.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam im Jahr 2015 bereits die Studie „Provisionen und Courtagen – Was die Versicherer ihren Vermittlern zahlen“, durchgeführt vom Versicherungsjournal und Towers Watson. Demnach gehen 51 Prozent der Versicherungsmakler mit weniger als 50.000 Euro Jahresgewinn nach Hause. Bei den Vertretern sind es 39,2 Prozent. Zugleich stellte die Studie eine sehr breite Streuung des Gewinnes fest. So erzielten auch 7,5 Prozent der Versicherungsmakler einen Jahresgewinn von mehr als 200.000 Euro (der Versicherungsbote berichtete).