Wie für Fahranfänger und jeden anderen vernünftigen Autofahrer gilt auch für Arbeitgeber gilt in diesem Jahr die Null-komma-null-Promillegrenze, wenn es um sichere, genauer gesicherte Betriebsrenten geht. Die Kassen den PSVaG sind gut gefüllt, um insolventen Unternehmen unter die Arme zu greifen, damit deren Betriebsrentner im Rentenfall nicht leer ausgehen. Noch nie in seiner langen Geschichte hat der Pensionssicherungsverein auf Umlagen Geld, seiner Mitglieder verzichtet.

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Mit 0,0 Promille Beitragsnichtsatz sparen sich die Firmen in diesem Jahr jeden Euro für die Insolvenzsicherung ihrer den Mitarbeitern zugesagten oder gar bereits fließenden Betriebsrenten. Im Vorjahr mussten die Firmen noch 2,4 Promille auf die Gesamtsumme ihrer Renten-Obligos („Bemessungsgrundlage“) an den PSVaG abführen, die jährlich zum Stichtag 30. September bemessen wird. Dies meldet der Sicherungsverein jetzt in Richtung Presse und seinen (Zwangs-)Mitgliedsunternehmen.

Nahlesrente wird Mitgliederzahl dämpfen

Zur Insolvenzsicherung werden im Wesentlichen die Pensionsrückstellungen der Unternehmen herangezogen, die sich in diesem Jahr auf 333 Milliarden Euro summieren, meldet der PSVaG. Im vergangenen Jahr hatten die Unternehmen noch rund 780 Millionen Beitrag an den Verein abführen müssen. In diesem Jahr null. Den aktuellen Beitragserlass zu Gunsten der Arbeitgeber begründet der Verein mit einer günstigen Schadenentwicklung, vulgo wenig Insolvenzen von betriebsrentenzusagenden Arbeitgebern.

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Die Freude der Arbeitgeber über den diesjährigen 100-Prozent-Rabatt beim PSVaG dürfte für die Zukunft allerdings getrübt werden. Der langjährige Durchschnitt des Beitragssatzes liegt erstens bei 2,8 Promille. Zweitens könnten mittelfristig viele Firmen aus dem PSVaG-Universum samt deren Beitragspotenziale (und Risikoausgleich!) verschwinden. Die „Nahlesrente“ kommt ohne den Verein aus und wird wegen anderer Sicherungsmechanismen die Zahl der Mitglieder des Vereins senken.