Psychische Störungen sind unverändert Ursache Nummer eins, weshalb Menschen berufsunfähig werden. 41,7 Prozent aller neuen Fälle von Berufsunfähigkeit lassen sich auf diese Ursache zurückführen. Das berichtet die Debeka anhand der Auswertung ihres eigenen Bestandes.

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An zweiter Stelle der häufigsten BU-Ursachen platziert sich die Schädigung des Bewegungsapparates, die immer noch für 17,4 Prozent aller Berufsunfähigkeits-Diagnosen verantwortlich ist. Hierunter fallen zum Beispiel dauerhafte Rücken-Leiden oder Schädigungen der Gelenke. Mit 13,6 Prozent waren bösartige und gutartige Tumore der drittgrößte Anlass, seinem Broterwerb nicht mehr nachkommen zu können.

Jüngere haben höheres Unfall-Risiko

Auf ähnliche Zahlen kommt das Analysehaus Morgen & Morgen, das ebenfalls die Ursachen für Berufsunfähigkeit unter die Lupe nimmt. In allen Altersstufen sind demnach psychische Erkrankungen wichtigste Ursache für das Ausscheiden aus dem Beruf – hier ebenfalls mit über 40 Prozent der Neuerkrankungen. In rund 21 Prozent aller Fälle ist Berufsunfähigkeit auf Krankheitsbilder wie Rückenleiden, Arthrose, Rheuma oder Osteoporose zurückzuführen.

Überraschenderweise ist die Generation der Unter-40-Jährigen etwas stärker von Erkrankungen des Stützapparates betroffen als ältere Arbeitnehmer. Höher ist auch das Risiko der Jüngeren, durch einen Verkehrsunfall berufsunfähig zu werden. Dieses Risiko liegt in der Altersklasse U40 bei 15 Prozent – bei den Über-50-jährigen hingegen nur bei fünf Prozent.

Die Gefahr von Schlaganfällen oder Thrombosen wächst hingegen mit zunehmenden Alter. So scheiden über 12 Prozent der Beschäftigten über 50 Jahren wegen Herz- und Gefäßerkrankungen aus dem Beruf aus. Das sind doppelt so viele wie bei der Generation „Ü40“.

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Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind die Leistungsauszahlungen der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Versicherte erhielten 2015 gut 3,44 Milliarden Euro als Renten- oder Kapitalzahlungen.