Ein Oldtimer ist kein Auto wie jedes andere. Ob ein alter Ford T von 1920, liebevoll „Blechliesel“ genannt, ein Kultauto wie die „Ente“ von Citroen oder ein sportliches Mercedes-Cabriolet aus den 50er Jahren: Liebhaber alter Autos opfern viel Geld und Freizeit für ihre Leidenschaft. Nicht wenige Fahrzeuge sind wahre Unikate, für die nur noch schwer Originalteile zu finden sind.

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Doch auf einen speziellen Schutz für das spezielle Gefährt verzichten viele Oldtimer-Fans. Wie eine Umfrage von TNS-Infratest unter Oldtimer-Besitzern zeigte, hat knapp ein Drittel keine spezielle Oldtimer-Versicherung für ihren Oldie abgeschlossen. Stattdessen verfügen sie über einen „ganz normalen“ Kfz-Tarif, wie ihn auch Fahrer zeitgenössischer Autos haben. Die Umfrage hat der Spezialversicherer Hiscox in Auftrag gegeben.

Je nach Gesellschaft können Autos als Oldtimer versichert werden, wenn sie ein Mindest-Alter von 25 bis 30 Jahren erreicht haben. Einzelne Versicherer gestatten auch einen Schutz für Autos ab 20 Jahren. Die Versicherungen für Oldtimer gliedern sich wie „normale“ Kfz-Tarife in eine Haftpflicht-, Teilkasko- oder Kaskoversicherung.

Verzicht auf Zusatzleistungen

Wenn Oldtimer-Besitzer für ihr Auto keine spezielle Oldtimer-Versicherung abschließen, verzichten sie auf Zusatzleistungen, die auf Liebhaber alter Autos zugeschnitten sind. So kann zusätzlich zu dem Marktwert eines Fahrzeuges sowie dem -häufig darüber liegenden- Wiederbeschaffungswert auch der Wiederaufbauwert erstattet werden. Wichtig ist diese Leistung zum Beispiel dann, wenn Ersatzteile schwer zu beschaffen oder besonders teuer sind.

Viele Oldtimer-Policen beinhalten zudem eine Vorsorgeversicherung, so dass eine Wertsteigerung des Fahrzeuges bis zu einem bestimmten Prozentsatz ohne Beitragserhöhung mitversichert ist. Sammler, die mehrere Oldtimer besitzen, profitieren von gesonderten Rabatten für ihre stolzen Zweit-, Dritt- und möglicherweise sogar Viertwagen. Schließlich besaßen auch Stars wie Frank Sinatra oder Hugh Grant mehrere Edelkarossen.

„Classic Cars sind ganz besondere Fahrzeuge und sollten auch adŠäquat versichert werden“, sagt Alina Sucker, Product Head Classic Cars bei Hiscox. „ReguläŠre Kfz-Versicherungen bieten einen Grundschutz. Doch nur spezielle Policen berŸücksichtigen die fŸür Oldtimer relevanten Aspekte wie eine angemessene automatische Vorsorge bei Wertsteigerungen oder eine Allgefahrendeckung fŸür Transporte, Ersatzteile und Zubehöšr.“

Abschluss einer Oldtimer-Versicherung an Bedingungen geknüpft

Leider fragt die Studie von TNS-Infratest nicht danach, weshalb ein Drittel der Oldtimer-Besitzer keinen speziellen Schutz haben. Dies könnte das Umfrage-Ergebnis relativieren. So machen es viele Versicherer zur Bedingung, dass die Karossen im Originalzustand belassen sind, also nur mit Originalbauteilen oder angepassten Austauschteilen restauriert wurden. Wenn Fahrzeughalter diese Bedingung nicht erfüllen, bleibt ihnen möglicherweise eine Oldtimer-Police beim Wunschversicherer verwehrt.

Ein weiterer Grund: viele Versicherer verlangen den Nachweis eines Sachverständigen, dass das Gefährt gut erhalten ist. Eine Zustandsnote schlechter als drei führt fast immer dazu, dass das gute Stück keinen Schutz erhält. Auch ist es für den Abschluss einer Oldtimer-Police fast immer erforderlich, im Alltag auf das Gefährt zu verzichten. Viele Verträge sehen ein Fahrlimit von jährlich 7500 bis 8000 Kilometern vor. Wer diese Bedingungen nicht erfüllen kann oder will, schließt eben eine „normale“ Kfz-Versicherung ab.

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Vor dem Abschluss einer Oldtimer-Police schauen laut Studie 42 Prozent der Befragten auf den Preis. 41 Prozent geben eine schnelle und faire Schadenregulierung als Entscheidungskriterium an. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass kompetente Beratung rund um das Classic Car, auch abseits von Schadenfällen, ein weiterer entscheidender Punkt ist: Jeder Dritte (34 Prozent) gibt an, dass Oldtimer-Expertise des Versicherers ausschlaggebend für die Wahl der Police ist. TNS Infratest hat für die Umfrage 103 Besitzer von Classic Cars befragt.