Derzeit sei der Markt der Altersvorsorge zersplittert, über viele Länder der EU und noch mehr Anbieter und Produkt-Varianten verteilt. "Wenn es viele Produkte mit kleinen Vertragszahlen gibt, sind die Kosten pro Vertrag hoch", sagte Bernardino. "Mit größerem Geschäftsvolumen sinken die jeweiligen Kosten, die Erträge steigen und damit die Renditen für die Kunden."

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Die Idee eines EU-weit einheitlichen Sparproduktes steht noch am Anfang. Viel Bewegung scheint die PEPP-Idee bei der Politik derweil noch nicht ausgelöst zu haben. Im vergangenen Jahr hatte Sozialministerin Andres Nahles (SPD) noch einen Gesetzentwurf angekündigt, mit dem PEPPs reguliert werden sollten. Basis des Ganzen sei der Regelungsrahmen eines Konsultationspapiers der EU-Versicherungsaufsicht Eiopa vom April 2015 (der Versicherungsbote berichtete).

Kapitalstock, Anlage, Mobilität der PEPP: alles Europa

PEPPs sind keine alleinstehende Idee der Eiopa, die ist lediglich in der Sache federführend. Erdacht wurde die Europarente von der EU-Kommission in Abstimmung mit den Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft. Wie bei der Betriebsrente erst kürzlich geregelt (Mobilitätsrichtlinie), sollen auch die PEPPs beim Umzug in einen anderen EU-Staat einfach mit umziehen. Dazu gehöre das unkomplizierte Mitnehmen der Rentenpolice in andere EU-Staaten ebenso wie der einfache Wechsels des Anbieters. Damit will die EIOPA als Regulierer die Privatrente als Teil eines von ihr angestrebten Mehr-Säulen-Systems etablieren.

Auch der Kapitalstock der PEPP soll einheitlich in ganz Europa angelegt werden. Sicher, breit, kostengünstig und rentabel. Ungeklärt ist, ob die Produkte Garantien enthalten sollen oder gar müssen. Vor allem transparenter sollen diese Produkte werden: Die Anbieter sollen schlicht und einfach die Rendite der gezahlten Beiträge angeben. Auch der geplante Vertriebsweg lässt Vermittler aufhorchen: PEPPs sollen zu schlanken Kosten online verkauft werden. Vermittler sollen beim Vertrieb der Einheitsrente außen vor bleiben.