Das Rentenniveau in der Deutschen Rentenversicherung könnte bis 2045 auf weniger als 40 Prozent des aktuellen Durchschnittseinkommens sinken. Das geht aus noch unveröffentlichten Berechnungen des Bundesarbeitsministeriums hervor, wie die WirtschaftsWoche vorab berichtet. Andrea Nahles (SPD) wolle das Papier in Kürze vorstellen, was die Debatte über Altersarmut zusätzlich anheizen könnte.

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Laut dem Zeitungsbericht arbeitet das Bundesarbeitsministerium derzeit an neuen Berechnungen über die künftige Entwicklung des Rentenniveaus. Offizielle Prognosen liegen derzeit bis zum Jahr 2029 vor. Bis dahin wird ein Absinken des Rentenniveaus (gemindert um Steuern und Sozialabgaben) von 47,9 auf 44,6 Prozent erwartet. Diese Prognosen sollen nun erweitert werden – bis zum Jahr 2045.

Schon 2030 nur noch Rentenniveau von 43 Prozent?

Mit den aktuellen Zahlen könnte die Debatte über Altersarmut neue Fahrt aufnehmen, auch mit Blick auf die Bundestagswahl 2017. Schon im Jahr 2030 könnte das Rentenniveau auf 43 Prozent absinken, warnen die Gewerkschaften – mit bitteren Konsequenzen auch für den Mittelstand.

Bei einer derart niedrigen Rente „droht auch für Durchschnittsverdiener der soziale Abstieg“, sagte kürzlich die stellvertretende DGB-Vorsitzende Annelie Buntenbach in der Süddeutschen. Ein Metallarbeiter mit einem Lohn von 2.600 Euro würde dann nur noch ein Ruhestands-Salär von 960 Euro erhalten. CSU-Chef Horst Seehofer und Vizekanzler Sigmar Gabriel haben die Einfrierung des Rentenniveaus auf dem derzeitigen Niveau gefordert (der Versicherungsbote berichtete).

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Die Absenkung des Rentenniveaus wurde 2002 von der damaligen rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder (SPD) auf den Weg gebracht. Ziel war es, einen Anstieg der Beiträge in der Rentenversicherung angesichts der Alterung der Gesellschaft zu verhindern. Die Bürger sollten Einbußen durch eine kapitalgedeckte Privatvorsorge ausgleichen.