An Digitalisierung geht in der Versicherungsbranche mittlerweile kaum ein Weg vorbei. Für viele scheint der Plan einer eigenen D-Strategie der heilige Gral und Rettungsanker zugleich. Da war es nicht überraschend das die Allianz bereits 2014 mit einer millionenschweren Offensive nach vorne preschte. Inzwischen können diverse Produkte beim Branchprimus auch online abgeschlossen werden. Auch eine Apple-App aus der Garage steht in den Startlöchern.

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Wettbewerber Ergo plant ab 2017 einen reinen Digitalanbieter, als eigenständiges Unternehmen unter eigener Marke aufzubauen. Dafür will Ergo auch mit Partnern aus der FinTech-Szene zusammenarbeiten. Erstes Produkt soll dann eine Kfz-Versicherung sein.

Zurich nutzt Design Thinking Methodik

Während sich die Wettbewerber auf digitale Strategien stürzen, wählt die Zurich einen anderen Ansatz. Der Versicherer setzt künftig auf die Design Thinking Methodik. Dieses Modell soll die eingefahrenen Strukturen insbesondere in der Produktentwicklung aufbrechen. Dazu sollen so genannte Champion Teams mit jeweils 10-15 Mitarbeitern sechs Themenschwerpunkte beackern.

Themenschwerpunkten:

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  • "Generation Y"
  • "Motor"
  • "Non-Motor"
  • "Protection" (Biometrie-Produkte und -Services)
  • "Savings" (Spar- und Rentenversicherungsprodukte und -services)
  • "kleine und mittelgroße Unternehmen"(KMU).

Ziel sei es, die Zeit von Produktneuentwicklungen von bislang neun bis zwölf Monaten auf wenige Wochen bis Monate reduzieren. In so genannten Design Labs soll der Bedarf des Kunden schneller erkannt werden. Daraus sollen zügig geeignete Prozesse und marktfähige Produkte sowie Services entstehen. "Damit wird es uns möglich, schneller auf die sich wandelnden Kundebedürfnisse zu antworten.", erklärte Marcus Nagel, Vorstandsvorsitzender der Zurich Gruppe Deutschland. Dazu gehöre auch Mut die bereits vorhandenen Ideen umzusetzen.

"Mit Design Thinking nutzen wir die Möglichkeit, kreative Ideen zunächst relativ schnell im Kleinen zu testen und dann bei entsprechendem Erfolg in den Markt auszurollen", erläutert Nagel. Die neu installierten Champion Teams sollen künftig eine zentrale strategische Rolle im Unternehmen einnehmen und auch dafür sorgen, dass Komplexität und Kostenbasis spürbar reduziert werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Zudem seien die Champion Teams "unsere Antwort auf die Arbeitsweise in FinTechs und Startups.", sagte Nagel.