Die Signal Iduna Gruppe blickt auf ein schwieriges Geschäftsjahr 2015 zurück. Der konsolidierte Jahresüberschuss brach gegenüber dem Vorjahr deutlich ein: Von 175,5 Millionen Euro auf nun 93,2 Millionen Euro. Ein Minus von 2,5 Prozent musste der Versicherer auch bei den gebuchten Bruttobeiträgen verkraften (nun 5,55 Milliarden Euro). Hingegen stiegen die laufenden Beitragseinnahmen leicht um 0,4 Prozent an: von 5,33 auf nun 5,35 Milliarden Euro. Das teilt die Signal Iduna in einer gestrigen Pressemeldung mit.

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Deutliches Minus im Lebensversicherungs-Neugeschäft

Ulrich Leitermann, Vorstandsvorsitzender der Signal Iduna Gruppe. Quelle: Pressefoto Signal Iduna.Beim Blick auf die einzelnen Sparten zeigt sich in der Lebensversicherung die deutlichste Krise. Um 24 Prozent brach das „Neugeschäft Leben“ gegenüber 2014 ein. Gemessen am laufenden Beitrag bedeutet dies ein Minus von 25,3 Millionen Euro auf nun 79,1 Millionen Euro.

Die Beiträge der Lebensversicherer der Gruppe sanken um insgesamt 11,1 Prozent von 1,65 Milliarden Euro auf 1,47 Milliarden Euro. Das sei aber auch darauf zurückzuführen, dass man das Geschäft mit Einmalbeiträgen deutlich reduzieren wollte, argumentiert der Versicherer. Folglich war der Rückgang beim Einmalbeitragsgeschäft besonders drastisch: es sank um 46,0 Prozent auf nun 190,2 Millionen Euro.

Deutlich war das Minus auch bei den gebuchten Bruttobeiträgen in der Leben-Sparte (-12,2 Prozent auf nun 1,3 Milliarden Euro), während die laufenden Beiträge um 1,4 Prozent zurückgingen.

Signal Iduna sagt „Ja“ zur klassischen Lebensversicherung

Signal-Iduna-Chef Ulrich Leitermann nutzte die Bilanzpressekonferenz im Hamburg, um die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) hart zu kritisieren. „Wir halten die Politik der EZB für verfehlt. Die Versicherungsbranche wird dadurch massiv unter Druck gesetzt“, zitiert Welt Online den Vorstandsvorsitzenden.

Besonders der Niedrigzins und die Flutung der Märkte mit billigem Geld mache der Assekuranz zu schaffen. Auch die private Altersvorsorge werde als Ergänzung der staatlichen Rente durch die „Zinsmanipulationen“ der EZB immer unrealistischer: „Wir sehen eine schleichende Enteignung der deutschen Sparer“.

Zugleich versicherte Leitermann, die Signal Iduna werde weiterhin „klassische“ Lebensversicherungen mit Garantiezins vermarkten. „So lange es wirtschaftlich darstellbar ist, werden wir solche Produkte anbieten“. Neben der Immobilie genieße diese Sparform ungebrochen ein hohes Ansehen bei den Bundesbürgern. Kritisch sieht der Vorstand Bestrebungen anderer Versicherer, klassische Leben-Policen als Run-off auf Halde zu setzen. Das schade dem Image der Lebensversicherung.

PKV-Sparte: Kein Wachstum, aber immerhin stabil

Die beiden Krankenversicherungs-Töchter der Signal Iduna konnten zwar nicht wachsen, doch immerhin ihre Bruttobeitrags-Einnahmen stabil halten. Diese beliefen sich auf ca. 2,72 Milliarden Euro, was einem Minus von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Gesamtzahl der Versicherten verringerte sich geringfügig um 0,4 Prozent, so dass die Signal Iduna nun circa 2,6 Millionen Versicherte betreut.

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Und in der Unfall- und Schaden-Sparte? Hier ist die Entwicklung positiv. Die gebuchten Bruttobeiträge aller Kompositversicherungsgesellschaften der SIGNAL IDUNA Gruppe (Inland) stiegen deutlich stärker als der Markt, und zwar um 4,2 Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro. Die Schadenaufwendungen schossen allerdings ebenfalls deutlich in die Höhe: um 10,1 Prozent auf 846,8 Millionen Euro.

PM Signal Iduna / Welt Online