Nachdem der Versicherungsbote am vergangenen Freitag berichtete, dass die Ideal-Versicherung ihre Zusammenarbeit mit den digitalen Konkurrenten der klassischen Versicherungsmakler kündigt, hat das Unternehmen seinen Schritt nun begründet.

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„Die Ideal arbeitet derzeit nicht mit den so genannten Fintechs zusammen, weil wir erhebliche Zweifel haben, ob die gesetzlichen Beratungspflichten eingehalten werden. Hier sehen wir im Übrigen auch Wettbewerbsverzerrungen zulasten unserer bewährten Partner. Wenn wir bei der Überprüfung von erfolgten Reversierungen feststellen, dass es sich um ein so genanntes Fintech handelt, widerrufen wir die Courtagezusage.“

In der vergangenen Woche hatte die Ideal ihren Fintech-Partnern die Zusammenarbeit aufgekündigt. „Wir werden ab dem xx.04.2016 keine Anträge und/oder Deckungsnoten mehr von Ihnen annehmen“ (...). Vielleicht arbeiten wir in einigen Jahren unter veränderten Bedingungen einmal wieder zusammen.“

Bereits im Februar hatte die Helsana, größter Krankenversicherer der Schweiz, dem deutsch-schweizerischen Großstartup Knip die Zusammenarbeit gekündigt (der Versicherungsbote berichtete) - wegen Bedenken zum Datenschutz. Sollte der Schritt der Helsana ein Signal setzen, die Insurtechs wenigstens vorläufig auf Abstand zu halten, dann ist dieses Signal offenbar bei der Ideal-Versicherung angekommen

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„Kündigungen aufgrund von Vermutungen“

Alexander Ruthemeier, der mit seiner Firma Finovent sowohl InsurTechs als auch Versicherungs-Unternehmen berät, sagte dem Versicherungsboten zu der aktuellen Entscheidung der Ideal, aus der Versicherungs-Industrie sei häufig zu hören, dass die neuen digitalen Geschäftsmodelle nicht besonders disruptiv (neuartig und fortschrittlich) seien. Dies stimme mitunter, sagt Ruthemeier: „Das bedeutet dann aber auch, dass diese Insurtechs nicht wesentlich anders als andere Vertriebspartner arbeiten“. Nun werde diesen digitalen Maklern die Anbindung aufgrund von Vermutungen gekündigt, auch seitens anderer Marktteilnehmer, meint Ruthemeier.